Seeschifffahrt in Polargewässern
Polar Code
Wenn ein Schiff im Eis evakuiert werden muss, beginnt das Überleben an Land. Wir bilden Besatzungen aus, die diese Zeit überbrücken können.
Dazu finden wir nichts. Versuch einen Berg, ein Gebiet oder ein Land — oder sieh Dir alle Reisen an.
Die Seeschifffahrt in polaren Gewässern stellt betroffene Reedereien vor besondere Herausforderungen: Rettung kommt nach einer Havarie nicht binnen Stunden, sondern frühestens nach Tagen. Schiffseigene Rettungskonzepte und Ausbildungen stoßen damit an ihre Grenzen. Dafür hat die IMO den Polar Code erlassen.
Er legt fest, was an Ausrüstung, Ausbildung und Befähigung an Bord sein muss. Eine Besatzung muss die Zeit bis zur Rettung aus eigener Kraft überbrücken — auch an Land und auf dem Eis.
Bisher hat sich diesem Feld nur die norwegische Küstenwache gestellt, mit vier SAREX-Übungen.
Seit 2019 für die Besatzung des deutschen Polarforschungsschiffs mit zahlreichen Kursen auf Spitzbergen.
Seit 2026 auch für die Besatzung des neuen japanischen Polarforschungsschiffs, mit Kursen auf Spitzbergen und Hokkaido.
Ab 2027 für die Besatzung des britischen Polarforschungsschiffs mit einem Kurs in Schweden.
Ab 2027 für die Besatzung der Forschungsplattform Forel der Association Forel Héritage mit einem Kurs in Schweden.
Ab 2027 für die Besatzung der Forschungsplattform Tara der Tara Ocean Foundation mit einem Kurs in Schweden.
Wir führen den Kurs für Reedereien und Schiffsbesatzungen auf Anfrage durch. Verwandte Trainings gibt es für Luftfahrzeugbesatzungen und für Forschungseinrichtungen.
Dauer 7 Tage
Teilnehmer ab 12 Personen
Ort Spitzbergen — Raum Isfjord, Pyramiden, Tempelfjord
Übung 48 bis 64 Stunden, mit lokalen SAR-Kräften und MRCC Bremen
Abschluss Zeugnis und Handlungsanweisung für den Endnutzer
Preis auf Anfrage
Leistungen siehe „Was im Preis enthalten ist“
In der einwöchigen Schulung lernen die Teilnehmer, mit der Überlebensausrüstung umzugehen — der persönlichen wie der schiffseigenen. Geübt wird der Ernstfall vollständig: vom Verlassen des Schiffes über die Nacht auf dem Eis bis zur Bergung — mit echten SAR-Kräften, nicht im Trockenen.
Umgang mit Extremsituationen in polaren Regionen
Der Mensch als Fehlerquelle · Unfallszenarien · Grundsätze Überleben
Kaltwassertraining Survival Suit
Handhabung · Verhalten im Wasser
Schutz vor Eisbären
Der Eisbär · vorbeugende Maßnahmen · praktische Schießausbildung mit Gewehr
Kommunikation in Polarregionen
IRIDIUM · EPIRB · SART · VHF
Das SAR-System Arktis und Antarktis
Möglichkeiten und Grenzen
SOLAS- und Polar-Code-Notfallausrüstung
Mindestausrüstung · sinnvolle Ergänzungen · technische Einweisung in die Geräte
Behelfsmäßige Erste Hilfe und Unterkühlung
theoretische und praktische Übungen
48 bis 64 Stunden Handlungstraining in polarer Umgebung
reale Schiffsevakuierung mit Rettungsinsel · Überleben an Land · Eisbärenwache · Polar-Code-Ausrüstung im Einsatz · Kommunikation mit MRCC · Rettung durch SAR-Kräfte
Evaluation und Lessons learned
ausführliche Auswertung · Zeugnisausgabe · spätere Unterstützung bei Beschaffung und Ergänzung von Rettungsmitteln
Der Kurs behandelt die Vorschriften des internationalen Codes für Schiffe, welche in polaren Gewässern operieren (Polar Code) 8.3.3 und 12.3.4, MSC 97/22, MSC 416 (97) sowie der International Convention on Standards of Training, Certification and Watchkeeping for Seafarers, 1978, in den Fassungen 1995, 1997 und 2010.
Abgedeckte Befähigungen nach STCW:
A-V/2-1, A-V/2-2 — polares Crowd Management
A-V/4-1, A-V/4-2 — Kompetenz in der Ausbildung für Schiffe in polaren Gewässern
A-VI/1-1 — persönliche Überlebenstechniken
A-VI/1-3 — elementare polare Erste Hilfe
A-VI/1-4 — polare persönliche Sicherheit und soziale Verantwortung
Darüber hinaus (VO) EU 965/2012 Anhang IV Unterabschnitt B — CAT.OP.MPA.100 ff für Starrflügler sowie Anhang V Unterabschnitt K — SPA.HOFO.100 ff für Hubschrauber.
Organisation des Kurses und Einholung aller Genehmigungen
7 Tage Betreuung und Schulung durch expeditionserfahrene Berg- und Skiführer, Teamtrainer und Internationale Rettungsspezialisten (IRS)
Begleitung durch Rettungssanitäter
Fachvorträge und Coaching durch systemischen Coach und Teamtrainer
4× Übernachtung mit Frühstück im Hotel in Longyearbyen
1× Schiffstransport zum Ausbildungsort im Raum Isfjord — Pyramiden — Tempelfjord
48 bis 64 Stunden Übung mit realistischen Szenarien
1× Evakuierung und Rücktransport durch Schiff oder Hubschrauber
Polarbärenschutz mit Schusswaffe
Iridium-Satellitentelefon
umfangreiche Erste-Hilfe-Ausstattung
Evaluation des Kurses, Zeugnis und Ausarbeitung einer Handlungsanweisung für den Endnutzer
Die Teilnehmer erlangen Führungskompetenz und Handlungssicherheit im Umgang mit Extremereignissen — und den sicheren Umgang mit der persönlichen (PSK) wie der Gruppenüberlebensausrüstung (GSK).
Jeder Teilnehmer erkennt außerdem die Lücken in der eigenen Notausrüstung. Diese Lücken schließen wir gemeinsam mit der Reederei — wir begleiten Umsetzung und Beschaffung auch nach dem Kurs. Ergänzende Module — SRC-Funklizenz, Waffensachkunde, medizinische Grundlagen — stehen im Kurskatalog.
Wir besprechen Ihre Route, Ihre Ausrüstung und den passenden Termin.
Vier Einsätze, über die wir ausführlicher geschrieben haben — vom Training auf der „Polarstern“ bis zum Eisbär-Warnradar mit Hensoldt.