Alpine Welten
Vier Bergwanderer mit Rucksäcken steigen auf einem Pfad oberhalb eines türkisblauen Bergsees auf dem Vier-Quellen-Weg auf.

International anerkannt

Der Abschluss als UIMLA International Mountain Leader berechtigt zu bezahlten Touren in Deutschland, Österreich, Südtirol/Italien, Frankreich und der Schweiz.

Ausbildung bei den Verbänden

Ausgebildet und geprüft wird von den UIMLA-Verbänden – keine staatliche Prüfung.

Ehrlicher Blick auf den Markt

Es werden mehr Bergwanderführer ausgebildet, als die Branche braucht.

Klare Abgrenzung

Wo der Bergwanderführer endet und der Berg- und Skiführer beginnt.

Was ein Bergwanderführer macht – und wo die Grenze liegt

Ein Bergwanderführer begleitet Gäste auf Berg- und Wanderungen, auch in weglosem Gelände – aber ohne die Seil-, Fels- und Eistechnik, die dem staatlich geprüften Berg- und Skiführer vorbehalten bleibt. Der Beruf verlangt die sichere Beurteilung von Wetter und Gelände, Verantwortung für die Gruppe und einen souveränen Umgang mit Menschen.

Die Abgrenzung ist rechtlich klar geregelt und verläuft entlang einer einfachen Linie – ob gesichert werden muss oder nicht:

Bergwanderung im Lungau: Wanderergruppe steigt über grasbewachsene Hochfläche mit Bergkette im Gegenlicht auf.
Der Weg im Überblick: Zugang, Ausbildung, Praktikum und Abschluss

Zugang – der Eignungstest beim VDBS

Am Anfang steht ein ein- bis mehrtägiger Kompetenztest beim VDBS, der dem eigentlichen Ausbildungsprogramm vorgeschaltet ist und nicht zu den 42 Ausbildungstagen zählt. Der Konditionsteil verlangt rund 850 Höhenmeter auf etwa vier Kilometern in maximal 1:25 Stunden – ein zügiger Bergmarsch, kein Berglauf. Geprüft werden außerdem Trittsicherheit und sicheres Gehen in steilem, weglosem Gelände.

Was Du für die Zulassung mitbringen musst:

  • Formal — vollendetes 18. Lebensjahr, ärztliches Attest, aktueller Erste-Hilfe-Nachweis, amtliches Führungszeugnis.

  • Nachweis — ein aussagekräftiger Tourenbericht über Deine bisherigen Berg- und Wandertouren.

  • Kondition — Fitness für Tagestouren von sechs bis acht Stunden und bis zu 1.500 Höhenmetern im Aufstieg.

  • Erfahrung — sicheres Bewegen in steilem, felsigem und weglosem Gelände, im Sommer wie im Winter, samt grundlegendem Können in leichten Kletterpassagen.

Umfang – 42 Ausbildungstage in Sommer und Winter

Die eigentliche Ausbildung umfasst 42 Tage und gliedert sich in zwei Sommer- und zwei Winterlehrgänge, sechs Tage Individual-Ausbildung bei einem Bergführer sowie je eine Biwakausbildung im Sommer und im Winter. Vermittelt werden unter anderem Orientierung, Wetterkunde, Schnee- und Lawinenkunde, Gruppenführung, Naturkunde und alpine Notfalltechniken – durchgehend stark praxisorientiert. Lehrgangsbegleitende Überprüfungen finden sowohl im Sommer als auch im Winter statt. Von der Aufnahme bis zum Abschluss vergehen mindestens zweieinhalb Jahre; die Gesamtdauer darf fünf Jahre nicht überschreiten.

Praktikum – 15 Tage an einer Bergschule

Neben den Lehrgängen verlangt die Ausbildung 15 Praktikumstage an einer Berg- oder Bergwanderschule. Wo Du sie absolvierst, entscheidest Du selbst; welche Anbieter anerkannt werden, klärst Du mit dem VDBS.

Abschluss – die UIMLA-Prüfung

Den Abschluss bildet die UIMLA-Prüfung in Theorie und Praxis. Mit ihr erwirbst Du die Qualifikation als VDBS-Bergwanderführer und UIMLA International Mountain Leader – bewusst keine staatliche Prüfung wie beim Berg- und Skiführer, sondern eine verbandsinterne, international anerkannte Qualifikation. Damit darfst Du bezahlte Touren nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Südtirol, Frankreich und der Schweiz führen.

Aktuelle Termine, Kosten und die Anmeldung findest Du direkt beim VDBS: vdbs.de

Markt und Praxistage – ehrlich gesagt

Die Zahl der ausgebildeten Bergwanderführer wächst seit Jahren schneller als der Bedarf der Branche: Jedes Jahr kommen mehr Absolventen hinzu, als Touren zu vergeben sind. Wer die Ausbildung mit dem Ziel beginnt, hauptberuflich davon zu leben, sollte das in seine Entscheidung einbeziehen.

Praxistage bieten wir deshalb in der Regel nur als Teilnehmer einer gebuchten Reise an: Unter Aufsicht des Bergwanderführers führst Du einzelne Abschnitte selbst, Deine Praxis wird Dir anschließend bescheinigt. Nur in absoluten Ausnahmefällen ist mehr möglich – dann, wenn für das Netzwerk und für Alpine Welten ein echter Mehrwert entsteht: etwa bei einer ausgeprägten alpinistischen Vorgeschichte, bei Erfahrung oder Kenntnissen, die im Netzwerk fehlen – ein Zielgebiet, eine Sprache, eine Spezialisierung –, oder in einem anderen besonderen Kontext.

Aufträge nach der Qualifikation

Unsere Aufträge für Bergwanderführer/-innen sind derzeit vergeben. Zusätzliche Auftragnehmer beauftragen wir nur in Ausnahmefällen – etwa bei alpinistischem Hintergrund oder besonderer Spezialisierung.

Der Schwerpunkt liegt in den Ost- und Westalpen – von Bergwanderungen über mehrtägige Hüttentouren bis zu Schneeschuhreisen im Winter. Dazu kommen Fernreisen nach Skandinavien, Asien, Nordafrika und in die Polarregionen. Mit der UIMLA-Qualifikation führst Du nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Südtirol, Frankreich und der Schweiz.

Ein Ausschnitt aus dem Programm:

Voraussetzungen und Kontakt stehen unter Aufträge für Bergwanderführer.

Unsere Nachwuchsförderung richtet sich an angehende Berg- und Skiführer. Mehr dazu auf Wie wir Nachwuchs fördern.

Häufige Fragen zum Bergwanderführer

Was darf ein Bergwanderführer – und was nicht?

Ein Bergwanderführer führt auf einfachen bis mittelschwierigen Bergwegen, in weglosem Gehgelände ohne Sicherungsmittel und im Winter auf Schneeschuhwanderungen in nicht lawinengefährdetem Gelände. Sobald am Seil gesichert werden muss – auf Gletschern, Graten, Klettersteigen oder in Kletter- und Hochtouren –, ist das die Aufgabe des staatlich geprüften Berg- und Skiführers.

Was kostet die Ausbildung zum Bergwanderführer und wie lange dauert sie?

Die reinen Ausbildungskosten liegen bei rund 7.800 Euro für alle Lehrgänge und Prüfungen; Unterkunft, Verpflegung, Anreise und Bergbahnen kommen hinzu. Von der Aufnahme bis zum Abschluss dauert die Ausbildung mindestens zweieinhalb Jahre und umfasst 42 Ausbildungstage sowie Praktikumstage an einer Bergschule.

Welche Voraussetzungen brauche ich?

Formal ein vollendetes 18. Lebensjahr, ein ärztliches Attest, einen aktuellen Erste-Hilfe-Nachweis und ein amtliches Führungszeugnis. Dazu einen aussagekräftigen Tourenbericht, Kondition für Tagestouren von sechs bis acht Stunden und bis zu 1.500 Höhenmetern sowie sicheres Bewegen in steilem, felsigem und weglosem Gelände im Sommer wie im Winter.

Ist der Bergwanderführer international anerkannt?

Ja. Der VDBS ist seit 2014 Vollmitglied der UIMLA. Mit dem Abschluss als UIMLA International Mountain Leader darfst Du bezahlte Touren nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Südtirol/Italien, Frankreich und der Schweiz führen.

Brauche ich die fertige Ausbildung, um Aufträge von Alpine Welten zu erhalten?

Ja. Aufträge setzen die abgeschlossene Qualifikation als geprüfter Bergwanderführer oder UIMLA International Mountain Leader voraus – und auch dann nur, wenn ein Auftrag frei ist, was derzeit selten der Fall ist. Praxistage während der Ausbildung bieten wir in der Regel nur als Teilnehmer einer gebuchten Reise an.

Du willst höher hinaus?

Fels, Eis und Hochtour – der Weg zum staatlich geprüften Berg- und Skiführer ist ein anderer, anspruchsvollerer und längerer. Wie er verläuft und wie Alpine Welten den Nachwuchs dabei fördert, liest Du auf Bergführer werden.

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Der andere Weg

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