Schutzhütte unter den Nordwänden des Gesäuses
Die Sektion Austria des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) betreibt die Haindlkarhütte auf 1.121 m in den Ennstaler Alpen. Im Nationalpark Gesäuse liegt sie am westlichen Rand des Haindlkars, nahe der Gsengscharte. Darüber ragen die Nordwände des etwa 5 km langen Zugs von Planspitze, Hochtor (2.369 m) und Großem Ödstein (2.335 m) auf. Sie sind 600 m (Planspitze) bis 800 m (Hochtor und Ödstein) hoch.
Auf der Tour „Von Hütte zu Hütte im Gesäuse“ durch die Steiermark übernachten wir hier. Kletterer starten von der Hütte zur Nordseite des Hochtor-Ödstein-Zugs im Haindlkar und im Ödsteinkar. Zu den klassischen Routen gehören der Pichlweg durch die Planspitze-Nordwand (1900, II+) und der Pfannl-Maischberger-Weg durch die Hochtor-Nordwand (1896, IV).
Übernachten auf der Haindlkarhütte
Die Hütte hat 49 Schlafplätze und Duschen. Versorgt wird sie über eine Materialseilbahn. Ein Schutzraum steht unversperrt zur Verfügung.
Zustieg zur Haindlkarhütte
Vom Haindlkar-Parkplatz an der Gesäuse Straße, wo auch der Bus hält, führt der markierte Steig Nr. 658 in 1½ bis 2 Stunden zur Hütte. Der Parkplatz ist von Admont oder Hieflau über die Gesäuse Straße erreichbar. Vom Bahnhof Gstatterboden sind es 2 km, außerdem fährt das Gesäuse Sammeltaxi.
Aus dem Johnsbachtal kommt ein Weg über die Gsengscharte, im obersten Teil mit einigen Stahlseilen und Ketten. Er wird öfter im Abstieg begangen. Zur Hesshütte (1.699 m) geht es über den Peternpfad (UIAA II, teilweise steinschlaggefährdet) in etwa 3 Stunden zur Peternscharte, dann auf einem Weglein durch Latschenfelder weiter.
Gut zu wissen:
Die Wiener Sektion Reichenstein eröffnete 1923 einen ersten Stützpunkt im Haindlkar. Noch im selben Jahr zerstörte ihn eine Staublawine. Ab 1924 entstand im Schutz eines riesigen Felsblocks, des „Hüttenblocks“, die alte Hütte mit nur zwei Räumen. Von 1958 bis 1960 wurde die neue Hütte gebaut. Ab den Sechzigerjahren wurden von hier aus Routen bis UIAA IX durch die Nordwände gelegt. Vom 29. September bis 13. März liegt die Hütte im Dauerschatten des Ödsteins.