Erste Alpenvereinshütte im Allgäu am Heilbronner Weg
Die Sektion Allgäu-Immenstadt des Deutschen Alpenvereins (DAV) betreibt das Waltenbergerhaus auf 2.084 m in den Allgäuer Alpen. Die Schutzhütte liegt über den Talorten Birgsau und Einödsbach am Zugang zum Heilbronner Höhenweg. Vier Gipfel sind von hier aus Ziele: der Bockkarkopf (2.608 m) in 1½ Stunden, die Mädelegabel (2.645 m) und das Hohe Licht (2.652 m) in je 2½ Stunden, die Trettachspitze (2.595 m) in 3 Stunden.
Auf der „Steinbocktour“ durch die Allgäuer Alpen übernachten wir hier. Eine Materialseilbahn hat das Waltenbergerhaus nicht, versorgt wird es ausschließlich per Hubschrauber. Neben dem Kaufbeurer Haus ist es die einzige Alpenvereinshütte in den Allgäuer Alpen ohne Materialseilbahn.
Übernachten auf dem Waltenbergerhaus
Die Hütte hat 70 Schlafplätze. Zu jedem Schlafplatz gehört ein eigener Sitzplatz in der Gaststube. Seit 2017 steht an der Stelle des alten Steinhauses ein moderner, leicht abgerundeter Holzbau mit Pultdach.
Zustieg zum Waltenbergerhaus
Von Einödsbach (1.113 m) sind es etwa 3 Stunden zur Hütte. Ab Birgsau (950 m) führt der Weg über Einödsbach in 3½ Stunden hinauf. Der Übergang zur Kemptner Hütte (1.846 m) über die Bockkarscharte und den Heilbronner Weg dauert 3½ Stunden, zur Rappenseehütte (2.091 m) über den Heilbronner Weg sind es 4 Stunden. Von der Hütte aus ist ein Quereinstieg zum Europäischen Fernwanderweg E5 möglich.
Gut zu wissen:
Im Sommer 1875 legte die Sektion Allgäu-Immenstadt des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuOeAV) den Grundstein. Nach sechs Wochen Bauzeit wurde die Hütte am 5. September 1875 eröffnet. Sie war die erste Alpenvereinshütte im Allgäu, die zweite in den Bayerischen Alpen und die fünfte in den Nördlichen Ostalpen. Ihren Namen trägt sie nach Anton Waltenberger, Mitbegründer und damaliger Vorstand der Sektion. Für Abriss und Neubau von 2015 bis 2017 waren mehr als 2.500 Hubschraubereinsätze nötig.