Tag 4
Zufallspitze (3.757 m) und Cevedale (3.769 m)
Heute soll es wieder ein wenig anstrengender werden. Nach frühem Frühstück verlassen wir bei den ersten Sonnenstrahlen die Unterkunft und steigen über den Gletscher aufwärts in Richtung Zufallspitze (3.757 m) und Cevedale (3.769 m). Dabei erzeugt der Sonnenaufgang eine unglaubliche Stimmung. Zunächst erreichen wir die Zufallspitze, bevor wir in kurzer Zeit rüber zum Cevedale wechseln. Von beiden Bergen haben wir eine super Fernsicht und haben diese auch für uns allein. Nach kurzer Rast steigen wir wieder über den Gletscher ab und entschließen uns über den Eisseepass die Eisseespitze (3.230 m) mitzunehmen. Ein leicht zu erreichender Gipfel mit einem sehr schönen Steig im Abstieg, über den wir wieder die Schaubachhütte erreichen und von dort über den eindrucksvollen und sehr langen Gletscherweg, unterhalb von Königsspitze, Zebru und Ortler, zur Hintergrathütte (2.661 m) queren. Hier verbringen wir den Nachmittag auf der Terrasse und können unsere Blicke nicht von diesen Bergen lassen, die sich vor uns aufbauen.
Tag 5
König Ortler (3.905 m)
Sehr gut an die Höhe angepasst, starten wir nach dem Frühstück um 4 Uhr in der Früh in Richtung König Ortler. In der Dunkelheit leuchten unsere Stirnlampen und die vielen Sterne am Himmel uns den Weg, über einen sehr steilen Steig, auf dem wir schnell an Höhenmetern gewinnen. Endlich am Grat angekommen beginnt nun richtig der Spaß. Die vielen Kletterstellen, die wir alle ohne Steigeisen klettern können, sind ein Genuss. Und so kommen wir recht zügig voran. Bei den beiden Schneefeldern müssen wir die Steigeisen doch noch einmal gebrauchen. Aber da wir so rechtzeitig aufgebrochen sind, haben wir wenig Verkehr am Grat. Nach 4,5 Stunden Aufstieg haben wir es geschafft und beglückwünschen uns gegenseitig für diesen Erfolg. Der höchste Berg Italiens ist bezwungen! Natürlich hält die Freude nicht allzu lange an, denn der Abstieg über den Gletscher auf dem Normalweg steht noch an. Hier ist noch einmal Konzentration gefragt, denn es gilt einige Kletterstellen abzuklettern bzw. abzuseilen. Nachdem dies geschafft ist, erreichen wir die Tabarettahütte auf 2.556 m und genießen ein paar Kaltgetränke auf der Terrasse. Immer im Blick die Ortler Nordwand. Äußerst zufrieden mit dem Tag und der gesamten Woche, können wir uns das hervorragende Abendessen richtig schmecken lassen.