Die Bezeichnung "Disgrazia" geht auf das lombardische "Des'giascia" zurück, was "Disghiaccia" (Enteisung) bedeutet – ein Hinweis auf die starken Gletscherrückgänge am Berg.
Monte Disgrazia
Der Monte Disgrazia erhebt sich auf 3.678 m zwischen Valmalenco und Val Masino in den Bernina-Alpen. Die markante Serpentinbergspitze bildet das Zentrum eines ausgedehnten Gletschersystems mit vier Hauptgletschern. Mit 1.116 m Prominenz zählt der Berg zu den bedeutendsten Gipfeln der lombardischen Alpen.
Serpentinberg der Valtellina
Der Normalweg führt über die Cresta di Pioda von der Valle di Preda Rossa zum Gipfel. Diese Route wurde bereits bei der Erstbesteigung 1862 durch Leslie Stephen und E. S. Kennedy mit den Bergführern M. Anderegg und T. Cox gewählt. Geologisch besteht der Berg aus Serpentin und Serpentinschiefer, was ihm seine charakteristische dunkle Färbung verleiht.
Vom Rifugio Ponti auf 2.559 m führen mehrere anspruchsvolle Routen zum Gipfel. Bekannt ist die Corda Molla-Route von 1914 über die Nord-Nordost-Cresta sowie die Antonio Baroni-Route über die Südwest-Cresta von 1878. Die Vedretta del Disgrazia im Nordwesten und der Ghiacciaio di Cassandra im Südosten prägen das alpine Erscheinungsbild des isoliert stehenden Bergmassivs.
Gut zu wissen:
Bekannte Ziele in den Bernina-Alpen
Diavolezza
Die Diavolezza ist ein hochalpines Joch auf 2.958 m in den Bernina-Alpen. Das Skigebiet liegt strategisch zwischen Piz Bernina und Piz Palü. Eine Seilbahn erschließt das Gelände ganzjährig vom Berninapass.
Morteratschgletscher
Der Morteratschgletscher in der Berninagruppe ist mit 6,2 km Länge der drittlängste Gletscher der Ostalpen. Zusammen mit dem Persgletscher bildet er mit 1,2 Kubikkilometern das volumenstärkste Gletschersystem der Ostalpen. Ein Gletscherlehrpfad mit 20 Stationen dokumentiert den Gletscherrückgang von 2,5 km seit 1878.
Piz Bernina
Der Piz Bernina (4.049 m) erhebt sich als höchste Erhebung der Ostalpen und einziger Viertausender östlich des Gotthardpasses im Grenzbereich zwischen der Schweiz und Italien. Der Gipfel trennt die Gletscher Tschierva und Morteratsch und gilt als einer der bedeutendsten Hochgipfel der Alpen. Erstbesteigung erfolgte 1850 durch Johann Wilhelm Coaz über den heute unüblichen Ostgrat.
Piz Morteratsch
Der Piz Morteratsch (3.751 m) liegt zentral in der Berninagruppe und gilt als einfachster der Bündner Eisriesen. Der vergletscherte Normalweg führt über die Tschiervahütte und den Nordrücken zum Gipfel. Vom Gipfel eröffnet sich der klassische Blick auf den Biancograt des Piz Bernina.
Novate Mezzola
Novate Mezzola (212 m) liegt am Ufer des Mezzolasees in der lombardischen Provinz Sondrio. Der Ort dient als Ausgangspunkt für den berühmten Sentiero Roma und weitere alpine Wanderwege der Bernina-Alpen. Die autofreie Val Codera mit ihren Schutzhütten ist nur zu Fuß oder per Helikopter erreichbar.
Fuorcla Surlej
Die Fuorcla Surlej liegt auf 2.754 m zwischen Oberengadin und Val Roseg in den Bernina-Alpen. Der markierte Wanderweg verbindet Silvaplana mit Pontresina und bietet direkten Blick auf die Berninagruppe. Von der Corvatsch-Mittelstation Murtèl erreicht man den Pass in 45 Minuten.
Fuorcla Prievlusa
Die Fuorcla Prievlusa auf 3.430 m bildet den strategischen Einstieg zum berühmten Biancograt am Piz Bernina. Der Pass verbindet das Tschierva-Gletschergebiet mit der legendären Himmelsleiter. Als tiefste Scharte zwischen Piz Bernina und Piz Morteratsch markiert er den Beginn einer der schönsten Felsfirngrate der Alpen.
Surlej
Surlej ist ein Ortsteil von Silvaplana am Silvaplanersee zwischen Lej da Champfèr und Lej da Silvaplauna. Der Ort liegt am Fuße des Piz Surlej und des Corvatsch. Seit dem Bau der Corvatschbahn 1963 entwickelte sich Surlej zu einem lebendigen Bergdorf.
Piz Glüschaint
Der Piz Glüschaint erhebt sich auf 3.594 m an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien in den Bernina-Alpen. Der Gipfel liegt zwischen dem Val Roseg und dem Val Malenco. An seiner Nordseite erstreckt sich der Roseggletscher.
Tschiervagletscher
Der Tschiervagletscher erstreckt sich über 5,63 km² zwischen Piz Bernina und Piz Roseg. Der zweigeteilte Gletscher fließt nordwestwärts ins Val Roseg. Ausgangspunkt für Hochtouren am Biancograt und Piz Palü.
Vadret Pers
Der Persgletscher erstreckt sich über 4 km in der Berninagruppe und nimmt seinen Ausgang an der Nordflanke des Piz Palü. Bis 2015 war er mit dem Morteratschgletscher verbunden, bevor die Gletscherzungen durch den Rückgang getrennt wurden.
Piz Sella
Der Piz Sella erhebt sich auf 3.511 m an der schweizerisch-italienischen Grenze in den Bernina-Alpen. Der Gipfel liegt zwischen Piz Glüschaint und Piz Roseg südlich des Roseggletschers. Als Skitourenziel ermöglicht er die Überquerung des Scersen Gletschers nach Süden.
Hochtouren in den Bernina-Alpen
Skitour auf den Piz Palü
Schwierigkeit
Skitourenwoche Bernina mit Piz Palü
Schwierigkeit
Hochtouren-Woche Klassiker in der Bernina
Schwierigkeit
Hochtour Piz Bernina Biancograt
Schwierigkeit
Berghütten in den Bernina-Alpen
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