Ostgrönland gehört zu den abgelegensten Gebirgsregionen der Arktis. Zwischen Inlandeis und Küste erheben sich stark vergletscherte Gebirge wie die Watkins Mountains und die Stauning-Alpen. Mit dem 3.694 m hohen Gunnbjørn Fjeld liegt hier nicht nur der höchste Berg Grönlands, sondern auch der höchste Gipfel nördlich des Polarkreises. Tief eingeschnittene Fjorde, Gletscher und schroffe Felsberge prägen eine Küste, die über weite Strecken nahezu unbewohnt ist.
Das Spektrum reicht von Trekking und Bergtouren rund um Tasiilaq und den Scoresby Sund bis zu anspruchsvollen Ski-, Gletscher- und Kletterexpeditionen in die abgelegenen Gebirge des Hinterlandes. Viele Gipfel wurden erst vergleichsweise spät bestiegen; bis heute bieten einzelne Gebiete Möglichkeiten für Expeditionen und Erstbegehungen. Fridtjof Nansen startete 1888 an der weitgehend unbewohnten Ostküste zu seiner historischen ersten Durchquerung des grönländischen Inlandeises.
Die Infrastruktur ist bis heute äußerst dünn. Wichtigstes Tor in den Süden Ostgrönlands ist der kleine Flughafen Kulusuk; selbst Tasiilaq, die größte Siedlung der Region, besitzt keinen eigenen Flughafen und wird von dort per Hubschrauber oder im Sommer per Boot erreicht. Straßenverbindungen zwischen den Orten existieren nicht. Zusätzlich erschwert das wechselhafte arktische Wetter die Logistik: Nebel, Sturm, Schneefall und tiefe Wolken können Flüge und Helikoptertransfers kurzfristig verzögern oder ganz verhindern. Viele kleinere Siedlungen sind deshalb nur mit erheblichem Zeitpuffer per Helikopter, Boot, Hundeschlitten oder Schneemobil erreichbar.