Der geografische Nordpol liegt mitten im Arktischen Ozean über rund 4.000 m tiefem Wasser. Hier treffen alle Meridiane zusammen, jede Richtung führt nach Süden und statt festen Bodens gibt es nur ständig driftendes Packeis. Die erste zweifelsfrei bestätigte Erreichung gelang 1926 Roald Amundsen, Lincoln Ellsworth und Umberto Nobile mit dem Luftschiff Norge.
Polarexpeditionen führen auf Ski und mit Pulka über dieses ständig bewegte Meereis. Fridtjof Nansen und Hjalmar Johansen versuchten bereits 1895, den Pol vom Expeditionsschiff Fram aus zu erreichen, mussten jedoch bei 86°14' Nord umkehren. Heute ist die rund 111 km lange Last-Degree-Route vom 89. Breitengrad eine klassische Variante; offene Wasserrinnen, Presseis und Eisdrift können dabei große Umwege erzwingen.
Am Nordpol bleibt die Sonne ungefähr von Ende September bis zum Frühjahr unter dem Horizont, anschließend herrscht bis zum Herbst durchgehend Tageslicht. Klassische Skiunternehmungen finden deshalb vor allem im April statt, wenn noch winterliche Temperaturen herrschen und gleichzeitig bereits rund um die Uhr Licht vorhanden ist. Das temporäre Barneo-Eiscamp nahe dem 89. Breitengrad diente lange als logistischer Ausgangspunkt für Last-Degree-Touren, war in den vergangenen Jahren jedoch nicht durchgehend verfügbar; für kommende Saisons werden wieder Expeditionen angekündigt. Die gesamte Logistik bleibt stark von Eis, Wetter und politischen Rahmenbedingungen abhängig.
Die beste Zeit für Skiunternehmungen liegt meist im April, wenn bereits rund um die Uhr Tageslicht herrscht, das Meereis aber noch winterlich geprägt ist.