Alpine Welten
Gebiet

Cordillera Huayhuash

🇵🇪

Die Cordillera Huayhuash liegt in den peruanischen Anden südlich der bekannteren Cordillera Blanca und bildet auf engem Raum eines der markantesten Hochgebirge Südamerikas. Scharf geschnittene Fels- und Eisgipfel erheben sich über tiefen Tälern und türkisfarbenen Gletscherseen. Höchster Berg ist der rund 6.635 m hohe Yerupajá, nach dem Huascarán der zweithöchste Berg Perus. Seine steilen Eisflanken und ausgesetzten Grate machen ihn bis heute zu einem der anspruchsvollsten großen Andengipfel. Die Erstbesteigung gelang 1950 den US-Amerikanern Jim Maxwell und David Harrah.

Bekannt ist die Huayhuash vor allem für ihre mehrtägige Gebirgsumrundung, die über zahlreiche Pässe oberhalb von 4.000 m führt. Gletscherseen wie Carhuacocha und Jahuacocha, die gewaltigen Wände des Yerupajá und des Siula Grande sowie weite Hochflächen mit Ichu-Gras bestimmen die Landschaft. Anspruchsvolle Varianten führen über Pässe nahe 5.000 m, darunter den San Antonio. Die große Höhe, lange Tagesetappen und die dünne Infrastruktur verleihen der Tour trotz technisch meist einfacher Wege einen ausgeprägten Expeditionscharakter.

Trockenheit, intensive Sonneneinstrahlung und kalte Nächte bestimmen das Klima in den Hochlagen. Obwohl die Huayhuash in den Tropen liegt, ist dort vor allem die Höhe entscheidend. Während der trockeneren Monate von etwa Mai bis September sind klare Tage häufig, nachts kann es jedoch weit unter den Gefrierpunkt abkühlen. Große Teile des Gebirges stehen als Zona Reservada Cordillera Huayhuash unter Schutz; das Gebiet umfasst rund 67.600 Hektar und erstreckt sich über Teile von Áncash, Huánuco und Lima. Die Hochweiden werden seit Jahrhunderten von lokalen Andengemeinden genutzt, für die Berge und Landschaft weit mehr sind als eine reine Trekkingkulisse.

Bekannte Ziele im Gebiet
Carhuacocha
Siula Grande 6344m
Yerupajá 6635m
Rondoy 5775m
Ninashanca 5607m

Land

Peru

Orte im Gebiet

Queropalca
Huayllapa
Astobamba
Pocpa

Trekking zwischen vergletscherten Anden-Sechstausendern

Trekking in der Cordillera Huayhuash

Der Huayhuash Circuit ist eine anspruchsvolle Hochgebirgswanderung, die über mehrere Pässe zwischen 4.500 und knapp über 5.000 m führt. Die große Höhe, langen Tagesetappen und kalten Nächte verlangen sehr gute Kondition und ausreichende Akklimatisation. Der klassische Circuit verläuft jedoch auf Wanderwegen und erfordert normalerweise weder Gletscherquerungen noch bergsteigerische Kenntnisse. Anspruchsvollere Varianten über höhere Pässe können deutlich schwieriger sein. Gletscherseen wie Carhuacocha und Jahuacocha sowie die Eis- und Felswände von Yerupajá, Siula Grande und Jirishanca prägen die Landschaft.

Anreise & Logistik Cordillera Huayhuash

Die Anreise erfolgt von Lima zunächst nach Huaraz und von dort weiter in Richtung Huayhuash. Je nach gewählter Route dienen Orte wie Llámac, Matacancha oder Queropalca als Ausgangspunkte. Die Trekkingroute führt über das Land verschiedener bäuerlicher Andengemeinden, die eigene Durchgangs- und Campinggebühren erheben. Ein zentrales Permit für den gesamten Circuit gibt es nicht. Ein lokaler Guide ist nicht grundsätzlich vorgeschrieben, kann wegen der Abgeschiedenheit und Höhe aber sinnvoll sein.

Saison & Klima in der Cordillera Huayhuash

Die beste Trekkingzeit liegt in der trockeneren Jahreszeit von Mai bis September, wobei Juni bis August meist die stabilsten Bedingungen bieten. Sonnige Tage können in 4.000 m Höhe vergleichsweise mild sein, nachts sinken die Temperaturen jedoch regelmäßig unter den Gefrierpunkt. Auch Bergbesteigungen werden überwiegend während der trockeneren Monate unternommen. Von etwa Oktober bis März bringt die Regenzeit häufiger Wolken, Niederschläge und Neuschnee auf den hohen Pässen und Gipfeln.

Gut zu wissen:

Joe Simpson und Simon Yates' dramatische Erstbesteigung des Siula Grande 1985 machte die Cordillera Huayhuash durch das Buch 'Touching the Void' weltberühmt. Simpson stürzte bei der Abfahrt in eine Gletscherspalte und galt als verloren – seine spektakuläre Selbstrettung nach drei Tagen gilt als eine der bemerkenswertesten Überlebensgeschichten des Bergsteigens.

Beste Reisezeit für die Cordillera Huayhuash

Trekking & Wanderreisen
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Häufige Fragen zur Cordillera Huayhuash

Was macht das Huayhuash-Trekking so anspruchsvoll und unterscheidet es von anderen Trekkingregionen in Peru?

Das Huayhuash-Trekking verläuft über weite Strecken oberhalb von 4.000 m und führt über mehrere Pässe bis etwa 5.000 m. Große Höhe, lange Etappen, kalte Nächte und die Abgeschiedenheit ohne schnelle Rettungsmöglichkeiten machen die Tour besonders anspruchsvoll. Der klassische Circuit erfordert jedoch normalerweise keine Gletscherquerungen oder bergsteigerischen Fähigkeiten; schwierigere Varianten können steiles und ausgesetztes Gelände einschließen.

Welche körperliche Kondition und alpine Erfahrung brauche ich für das Trekking in der Cordillera Huayhuash?

Für das Huayhuash-Trekking sind sehr gute Kondition, Trittsicherheit und Erfahrung mit mehrtägigen Touren im Hochgebirge erforderlich. Entscheidend sind vor allem die langen Etappen, mehrere Pässe bis etwa 5.000 m und eine gute Höhenverträglichkeit. Alpine Erfahrung ist hilfreich, klassische bergsteigerische Fähigkeiten wie Gletscher- oder Seiltechnik sind auf dem normalen Circuit jedoch nicht erforderlich..

Wann ist die beste Jahreszeit für das Trekking in der Cordillera Huayhuash und warum?

Die beste Trekkingzeit ist von Mai bis September während der Trockenzeit mit stabilen Wetterbedingungen und minimalen Niederschlägen. In dieser Zeit erreichen die Tagestemperaturen auf 4000m etwa 20°C, fallen aber nachts bis auf 0°C ab. Die Regenzeit von Oktober bis März bringt heftige Niederschläge und unberechenbare Wetterverhältnisse.

Wie komme ich von Lima zur Cordillera Huayhuash und wie lange dauert die Anreise?

Von Lima zur Cordillera Huayhuash führt die Anreise über Callao als Startort für die Touren. Die Fahrt in die abgelegenen Täler der Huayhuash dauert mehrere Stunden und führt durch verschiedene Höhenstufen bis zu den Ausgangspunkten der Trekkingtouren auf über 4000m Höhe.

Welche Gletscherseen und Wasserfälle werde ich beim Huayhuash-Trekking sehen?

Aus den Gletschern der 21 Schneegipfel entstehen 46 Gletscherseen in der Cordillera Huayhuash. Der bekannteste ist der türkisblaue Carhuacocha, weitere spektakuläre Seen säumen die gesamte Trekkingroute. Die glasklaren Gewässer bieten auch gute Möglichkeiten zum Forellenangeln.

Welche Wildtiere und seltenen Vogelarten kann ich in der Cordillera Huayhuash beobachten?

In der Cordillera Huayhuash leben 61 Vogelarten, 14 Säugetiere und weitere seltene Hochgebirgstiere. Besonders bemerkenswert sind der majestätische Andenkondor, wilde Vicuñas, Vizcachas zwischen den Felsen und Taruca-Hirsche. Weitere typische Arten sind der Riesenkegelschnabel, die Bachente und der Wanderfalke.

Wie lange sollte ich insgesamt für das Trekking in der Cordillera Huayhuash einplanen und wie viele Tage sind realistisch?

Das komplette Huayhuash-Trekking dauert 22 Tage inklusive Anreise und Cordillera Blanca. Die extreme Höhenlage über 4000m und notwendige Akklimatisierung erfordern eine längere Zeitplanung als andere peruanische Trekkinggebiete. Die komplette Tour kombiniert beide Gebirgszüge und bietet eine umfassende Anden-Erfahrung mit ausreichend Zeit für die Höhenanpassung.

Bekannte Ziele in der Cordillera Huayhuash

Sonstige

Carhuacocha

Carhuacocha liegt auf 4.140 m in der peruanischen Cordillera Huayhuash. Der Gletschersee bietet spektakuläre Ausblicke auf die Sechstausender Yerupajá und Siulá Grande. Das klare Bergwasser dient als wichtige Wasserquelle für die umliegenden Dörfer.

Gipfel 6.344 m

Siula Grande

Der Siula Grande erhebt sich auf 6.344 m in der Cordillera Huayhuash im peruanischen Hochland. Der Gipfel wurde durch Joe Simpsons Buch 'Touching the Void' weltberühmt. Die Erstbesteigung erfolgte 1936 über den Nordgrat durch ein deutsches Team.

Gipfel 6.635 m

Yerupajá

Der Yerupajá erhebt sich auf 6.635 m als höchster Gipfel der Cordillera Huayhuash im peruanischen Andenhochgebirge. Mit seiner markanten Westflanke gilt er als zweithöchster Berg Perus nach dem Huascarán. Die imposanten Ostwände bieten spektakuläre Sonnenaufgänge während des Huayhuash-Trekkings.

Gipfel 5.775 m

Rondoy

Der Rondoy erhebt sich auf 5.775 m in der nördlichen Cordillera Huayhuash in Peru. Der Name stammt aus dem Quechua und bedeutet "granizar" oder "ein Ei legen". Der Berg liegt zwischen den Distrikten Pacllón und Queropalca südwestlich des Mitucocha-Sees.

Gipfel 5.607 m

Ninashanca

Der Ninashanca ist ein 5.607 m hoher, überwiegend felsiger Gipfel im Norden der Cordillera Huayhuash. Er liegt nordwestlich des Ninacocha-Sees und ist durch einen 5.000 m hohen Sattel vom Rondoy getrennt. Der Berg zählt zu den seltener bestiegenen Gipfeln der Region.

Gipfel 6.094 m

Jirishanca

Der Jirishanca erhebt sich auf 6.094 m in der Cordillera Huayhuash in Peru. Der vergletscherte Gipfel zählt zu den markanten Sechstausendern der nördlichen Anden. Erstbesteigung 1957 über den Ostgrat durch Toni Egger und Siegfried Jungmair.

Gipfel

Julcán

Der Julcán erhebt sich auf 4.900 m in der Cordillera Huayhuash in Peru. Der Gipfel liegt auf einem westlichen Seitenkamm der Hauptkette, südwestlich des Mitopunta. Der Name stammt aus dem Quechua und bedeutet Lagerhaus oder Speicher.

Gipfel 5.560 m

Auxilio

Der Auxilio erhebt sich auf 5.560 m in der Cordillera Huayhuash im peruanischen Ancash-Gebiet. Der Berg liegt westlich des Yerupajá in einem Seitenrücken der Hauptkette. Sein Name leitet sich möglicherweise vom Quechua-Wort für Berggottheit oder Großvater ab.

Gipfel

Rajucollota

Der Rajucollota erhebt sich auf 5.427 m in der Cordillera Huayhuash westlich des Yerupajá. Der Gipfel liegt auf einem westlichen Ausläufer der Hauptkette zwischen den Regionen Ancash und Lima. Der Name stammt aus dem Quechua und bedeutet etwa 'Schneeberg mit Mörser'.

Gipfel

Suerococha

Der Suerococha erhebt sich auf etwa 5.100 m in der westlichen Cordillera Huayhuash in Peru. Der Berg liegt auf einem Seitenkamm westlich des Yerupajá in der Region Ancash. Ein kleiner See gleichen Namens befindet sich südwestlich des Gipfels.

Gipfel 5.220 m

Nevado Cule

Der Nevado Cule erhebt sich auf 5.220 m in der Cordillera Huayhuash in Peru. Der Gipfel liegt an der Grenze zwischen den Regionen Huánuco und Lima. Er gehört zur Raura-Bergkette, einem Teil der peruanischen Anden.

Gipfel 6.089 m

Yerupajá Chico

Der Yerupajá Chico erhebt sich auf 6.089 m in der Cordillera Huayhuash und gilt als technisch schwieriger als sein höherer Nachbar Yerupajá. Der auch als El Toro bekannte Gipfel wurde 1957 von Toni Egger und Siegfried Jungmair erstbestiegen. Die 1.500 m hohe Ostwand zählt zu den wilden Routen der peruanischen Anden.

Unsere Guides.

Unsere erfahrenen und zuverlässigen Guides führen dich sicher durch dein alpines Abenteuer und teilen ihre Leidenschaft für die Berge mit dir. Hier lernst du sie kennen.

Frag unsere Experten.

Du hast Fragen oder Dir ist etwas unklar? Unsere Officeteam hilft dir bei Fragen zu Ausrüstung, Tourenberatung oder einfach allgemeinen Fragen zu deinem Bergabenteuer.