Der Toubkal-Nationalpark im marokkanischen Hohen Atlas beherbergt mit dem 4.167 m hohen Jbel Toubkal den höchsten Gipfel Nordafrikas. Rund 70 Kilometer südlich von Marrakesch erhebt sich das Toubkal-Massiv über tief eingeschnittenen Tälern und traditionellen Amazigh-Dörfern. Als erste dokumentierte europäische Besteigung gilt der Gipfelerfolg von Marquis de Segonzac, Vincent Berger und Hubert Dolbeau am 12. Juni 1923; dass Einheimische den Berg bereits früher bestiegen hatten, ist durchaus wahrscheinlich.
Touren führen von den Tälern auf rund 1.500 bis 2.000 m bis hinauf in die karge Hochgebirgslandschaft der Viertausender. Der klassische Anstieg auf den Toubkal beginnt in Imlil und führt über die Toubkal-Hütte zum Gipfel. Im Sommer ist die Route technisch wenig schwierig, verlangt aber gute Kondition und Höhenverträglichkeit; im Winter kommen Schnee und Eis hinzu und machen Steigeisen und Pickel erforderlich. Je nach Schneelage sind zwischen Januar und April auch Skitouren im Toubkal-Massiv möglich.
Der bereits 1942 gegründete Toubkal-Nationalpark schützt die Hochgebirgslandschaft rund um den höchsten Teil des Atlas. Terrassierte Felder, Walnussbäume und bewässerte Gärten prägen die tieferen Täler, darüber folgen zunehmend kahle Hochflächen, Geröllhänge und felsige Gipfelregionen. Die Dörfer der Amazigh mit ihren traditionellen Bewässerungssystemen zeigen, wie sich die Bevölkerung seit Jahrhunderten an das trockene Gebirgsklima und die großen Höhenunterschiede des Hohen Atlas angepasst hat.