Der 8.163 m hohe Manaslu dominiert die gleichnamige Region im nepalesischen Himalaya und ist der achthöchste Berg der Erde. Sein Name leitet sich vom Sanskrit manasa für „Geist“ oder „Seele“ ab. Das gewaltige Massiv steigt zwischen tief eingeschnittenen Flusstälern und der tibetischen Grenze auf; Gletscher, hohe Pässe und mehrere Siebentausender prägen die Hochregion. Seit der Erstbesteigung 1956 durch eine japanische Expedition hat sich der Manaslu zu einem der häufiger bestiegenen Achttausender entwickelt.
Neben den Expeditionen ist vor allem der Manaslu Circuit bekannt. Die Route folgt zunächst dem tief eingeschnittenen Tal des Budhi Gandaki und steigt durch Wälder und Bergdörfer bis in die zunehmend karge Hochgebirgslandschaft von Nubri an. Mit rund 5.100 m bildet der Larkya La den höchsten Punkt der Runde, bevor der Weg ins Marsyangdi-Tal hinabführt. Die Infrastruktur hat sich in den vergangenen Jahren deutlich entwickelt: Lodges begleiten weite Teile der Route und Straßen reichen zunehmend in die Täler hinein. Höhe, lange Etappen und der Passübergang verlangen dennoch gute Kondition und sorgfältige Akklimatisation.
Die Nähe zu Tibet prägt Kultur und Geschichte der Region. In den Hochtälern von Nubri und Tsum leben Gemeinschaften, deren Sprache, tibetisch-buddhistische Religion und Traditionen eng mit der anderen Seite des Himalaya verbunden sind. Klöster, Chörten und lange Mani-Mauern säumen die Wege; über alte Pässe verliefen jahrhundertelang Handelswege nach Tibet. Große Teile der Region gehören zur Manaslu Conservation Area, die Wälder, alpine Lebensräume und Hochgebirge mit Arten wie Schneeleopard, Himalaya-Tahr und Blauem Schaf schützt.
Die Manaslu-Region gehört zu den nepalesischen Restricted Areas. Für Trekkingtouren gelten deshalb besondere Permit-Regeln und eine vorgeschriebene Begleitung durch einen lizenzierten Guide. Kathmandu dient als wichtigster Ausgangspunkt; von dort führen Straßen zu den verschiedenen Startpunkten der Trekkingrouten.