Die Halbinsel Kamtschatka im äußersten Osten Russlands gehört zum Pazifischen Feuerring und ist eine der vulkanisch aktivsten Regionen der Erde. Mehr als 300 Vulkane prägen die Halbinsel, 29 davon gelten als aktiv. Überragt wird die Landschaft von der rund 4.750 m hohen Kljutschewskaja Sopka, dem höchsten aktiven Vulkan Eurasiens. Feuer und Eis liegen hier unmittelbar nebeneinander: Aktive Krater, Lavafelder, heiße Quellen und Geysire treffen auf ausgedehnte Gletscher und schneebedeckte Vulkankegel. Sechs Schutzgebiete gehören als „Vulkane von Kamtschatka“ zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Im Winter bieten die Vulkane außergewöhnliche Möglichkeiten für Skitouren und Skiabfahrten, teilweise in unmittelbarer Nähe aktiver Vulkansysteme. Im Sommer führen Trekking- und Expeditionstouren durch Tundra, Birkenwälder und weite Vulkanlandschaften zu Kratern und Hochgipfeln. Das Klima unterscheidet sich innerhalb der riesigen Halbinsel deutlich: Die pazifisch geprägte Ostseite ist feuchter und schneereicher, während das Landesinnere kontinentaler geprägt ist. Abgeschiedenheit, rasche Wetterwechsel und aktive Vulkane verleihen vielen Unternehmungen echten Expeditionscharakter.
Während der Sowjetzeit war Kamtschatka wegen seiner strategischen Bedeutung und zahlreicher Militärstützpunkte für ausländische Besucher weitgehend unzugänglich. Erst mit dem Ende der Sowjetunion öffnete sich die Halbinsel zunehmend für Reisende. Wichtigstes Tor ist Petropawlowsk-Kamtschatski. Straßen führen nur in einen vergleichsweise kleinen Teil der Halbinsel; abgelegene Vulkanregionen werden zu Fuß, mit Geländefahrzeugen oder per Hubschrauber erreicht. Gerade diese schwierige Erreichbarkeit hat dazu beigetragen, dass Kamtschatka bis heute große nahezu unbesiedelte Wildnisräume bewahrt hat.