Das Grönländische Inlandeis bedeckt rund 1,7 Millionen Quadratkilometer und damit etwa 80 Prozent Grönlands. Nach dem antarktischen Eisschild ist es der zweitgrößte Eiskörper der Erde und stellenweise mehr als drei Kilometer dick. Fridtjof Nansen durchquerte das Inlandeis 1888 mit fünf Begleitern erstmals von der Ost- zur Westküste auf Ski und mit Schlitten und zeigte dabei, dass das Innere Grönlands von einer mächtigen zusammenhängenden Eiskappe bedeckt ist.
Noch heute führen mehrwöchige Polarexpeditionen auf Ski und mit Pulka über mehrere hundert Kilometer quer über das Inlandeis. Während an den Rändern Gletscherspalten die Route erschweren, bestimmen auf dem zentralen Plateau endlose Schneeflächen, Sturm, Whiteout und große Kälte den Charakter der Tour. Temperaturen weit unter −30 °C sind möglich; der grönländische Rekord von −69,6 °C wurde allerdings im Winter an einer Forschungsstation auf mehr als 3.200 m gemessen und beschreibt keine typischen Expeditionsbedingungen.
Das Inlandeis verliert seit Jahrzehnten deutlich an Masse. Würde es vollständig abschmelzen, stiege der globale Meeresspiegel um knapp acht Meter; zugleich bewahren seine tiefen Eisschichten ein Klimaarchiv aus vielen Jahrtausenden.