Der Denali National Park and Preserve umfasst in der zentralen Alaska Range eine Wildnis von rund 24.600 Quadratkilometern – eine Fläche fast so groß wie Mecklenburg-Vorpommern. Beherrscht wird sie vom Denali, der sich mit 6.190 m als höchster Berg Nordamerikas weit über die umliegenden Gebirge erhebt. Von seinem Fuß bis zum Gipfel beträgt der Höhenunterschied rund 5.500 m und gehört damit zu den größten Reliefhöhen eines Berges weltweit. Gewaltige Gletscher, steile Granitwände und die exponierte Lage prägen ein Gebirge mit häufigen Stürmen und extremen Temperaturstürzen.
Die erste dokumentierte Besteigung gelang 1913 Walter Harper, Harry Karstens, Hudson Stuck und Robert Tatum über die Nordseite. Harper erreichte als Erster den Gipfel. Heute folgt die große Mehrheit der Expeditionen der West Buttress, die Bradford Washburn und sein Team 1951 erstmals begingen. Ausgangspunkt ist der Kahiltna-Gletscher, auf dem kleine, mit Skiern ausgerüstete Flugzeuge die Bergsteiger absetzen. Über mehrere Lager, Windy Corner und den Denali Pass führt die Route zum Gipfel. Im Durchschnitt benötigen Expeditionen etwa 17 bis 21 Tage. Technisch ist die West Buttress moderater als die großen Steilrouten des Berges, doch Höhe, Kälte, Gletscherspalten und schwere Stürme machen den Denali zu einem ernsthaften Expeditionsberg.
Der rund 70 km lange Kahiltna-Gletscher ist der längste Gletscher des Nationalparks und bildet den wichtigsten Zugang zur Südseite des Denali. Unter dem Gebirge verläuft mit der Denali-Verwerfung eines der großen aktiven Störungssysteme Alaskas. Innerhalb des Parks werden jährlich etwa 600 kleinere Erdbeben registriert. Die tektonischen Kräfte heben den Denali noch heute um schätzungsweise einen halben Millimeter pro Jahr an. Anchorage ist das wichtigste internationale Eingangstor; die eigentlichen Gletscherflüge starten jedoch normalerweise im rund 150 Kilometer nördlich gelegenen Talkeetna.