Der Baikalsee liegt im Süden Sibiriens zwischen der Oblast Irkutsk und der Republik Burjatien. Mit mehr als 1.600 m Tiefe ist er der tiefste See der Erde und enthält rund ein Fünftel der weltweit nicht gefrorenen Süßwasserreserven. Gleichzeitig ist er von Gebirgen eingerahmt: Im Süden erhebt sich der Chamar-Daban, während am Westufer der Primorski-Kamm teilweise steil zum See abfällt. Taiga, felsige Küsten, breite Flusstäler und die gewaltige Wasserfläche bestimmen eine Landschaft, die seit 1996 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.
Im Winter verändert sich der Baikal grundlegend. Der See friert wegen seiner enormen Wassermasse vergleichsweise spät zu, anschließend kann sich eine mächtige Eisdecke bilden. Dann führen Wintertouren tatsächlich über die gefrorene Oberfläche des Sees. Klassische Skitouren mit Aufstieg und Abfahrt finden dagegen in den umliegenden Gebirgen statt. Besonders der schneereiche Chamar-Daban südlich des Sees bietet dafür geeignete Hänge und Gipfel.
Eine besondere Rolle spielt der See seit Langem für die Wissenschaft. Seine enorme Tiefe, sein hohes Alter und die lange winterliche Eisbedeckung machen ihn zu einem natürlichen Labor für Limnologen, Klima- und Eisforscher. Die Behauptung, der Baikal werde bereits seit den 1960er-Jahren systematisch von sowjetischen Expeditionsbergsteigern als Kältetrainingsgebiet genutzt, lässt sich dagegen nicht ausreichend belegen und sollte deshalb entfallen.