#reisebericht
Veröffentlicht: 12.01.2019
Autor: Hans Honold

Südpol Expedition 2018 | 90° 0` 00``S

Unterwegs auf dem letzten Breitengrad mit Ski

Pumas auf einer Südpol Expedition? Wer beschäftigt sich schon in der Vorbereitung für den Südpol mit dem Umgang mit Pumas in freier Wildbahn? Sicherlich niemand, aber eine Expedition bringt  ja immer Überraschungen mit sich.

Punta Arenas Patagonien

Punta Arenas ist neben Usuhaia einer der Dreh- und Angelpunkte für die meisten Expeditionen in die Antarktis. Die Reederei Laeisz hat für das Deutsche Polarforschungsschiff "Polarstern" hier ebenfalls einen Umschlagplatz für die Logistik eingerichtet. Entsprechend gut waren wir im Vorfeld über die einschlägigen Kneipen informiert. Vor allem, wo es den besten Pisco Sour gibt, sollte man bereits vorab wissen!!! So landen wir am Nachmittag auf dem windigen Flughafen rund 20km außerhalb der Stadt. Patagonien ist ja für sein Wetter bekannt und fordert den Piloten einiges an Fingerspitzengefühl ab. Mit entsprechender Schräglage und mehrmaligem ordentlichen Gegensteuern gelingt die Landung. Der spannendere Teil bei solchen Unternehmungen ist eigentlich immer das Gepäckband,  gespannt warten wir eine Ewigkeit auf unsere Taschen und siehe da, alles ist da. Besser hätte es jetzt wirklich nicht laufen können. ALE wartet bereits mit dem Bus für den Transfer in die Stadt. Unser Quartier für die nächsten 4 Tage haben wir in einem Hotel direkt am Strand mit Blick aufs Meer aufgeschlagen. Hier trift sich dann auch schnell ein internationaler Mix von alln möglichen Leuten. Alpine Ascents (USA) ist ebenso vertreten wie Adventure Consultants aus Neuseeland. Pakistanis, Inder und Japaner wollen auf den Mount Vinson. Nur eine kleine Gruppe hat sich für den Südpol gefunden. Mit dabei ist auch Abdulla Alahbabi aus Abu Dhabi.

 

Schlechtwetterprogramm Torres del Paine Nationalpark

 

Ein starker Sturm in der Westantarktis macht uns wieder einen Strich durch die Rechnung. Angekündigt sind starke Schneefälle in Union Glacier. Im Vergleich zum Vorjahr trifft uns jetzt eine schnelle Abfolge von Tiefdruckgebieten. Das macht es den russischen Piloten, die übrigens mehr als 200 Landungen auf der Blaueispiste vorweisen können,  nicht gerade einfacher. Vor Freitag soll also nichts gehen, ergo ist das jetzt der beste Zeitpunkt für einen längeren Ausflug in den Torres del Paine Nationalpark. Mit dem gefühlt letzten verfügbaren Mietwagen in Punta Arenas (eine echte Schrottkarre) fahren wir jetzt nach Norden. Irgend eine Hütte im Park wird schon Platz für eine Übernachtung haben!

Nächster Anlauf Antarktis

Wir sind wieder zurück in Punta Arenas. Das Hotel ist gewechselt und auch fast alle anderen Gruppen haben munter die Unterkünfte gewechselt. Für den Abend ist ein neues Briefing von ALE angesetzt. Der Wetterbericht kündigt ein kleines Fenster in der "Nacht" an, das eventuell genutzt werden könnte. Wir trinken derweil schon mal einen "Pisco Sour".

Update 19.24 Uhr. Heavy snow still at UG. Very small chance of flight tomorrow evening. Next update tomorrow between 8 and 9pm. Please extend hotel reservations for tomorrow night. Nate.

Wir machen mit Piso Sour weiter!!!

Neuschnee und schlechte Sicht auf Union Glacier

 

Die Rückflüge können wir eigentlich bereits jetzt schon umbuchen, aber warten wir mal ab, wann es tatsächlich in die Antarktis rein geht. Hans macht heute einen Bürotag. Zac schaut sich die Pinguinkolonie auf der Isla Margherita an. Am Nachmittag kommt die weitere Info aus Union Glacier. Es hat ordentlich Schneeverfrachtungen auf der Runway, derzeit keine Sicht und 25-30cm Neuschnee. Bedingt durch die feuchtere Luft schneit es in den letzten Jahren übrigens immer mehr in der Westantarktis. Normalerweise herrschen dort eher trockenere Luftmassen. Für Montag ist jedoch eine trockenere Phase angekündigt. Bei so einer Hiobsbotschaft kann man eigentlich nur noch Piso Sour trinken, aber so langsam schlägt sich das auf die Magensäure nieder. Das lokale Bier ist aber auch nicht schlecht. Willy schaut derweil nach einem Segelboot für den Besuch der Santa Ines Insel in der Maggelanstraße um. Hier kann man gut Whale Wachting betreiben. Hans hat sich bereits als Skipper zur Verfügung gestellt. Schauen wir mal ob er Glück hat. Unser neues Zuhause ist jetzt das Hotel Plaza in fast bester Lage. Im Laufe des Vormittags schlagen hier auch die Jungs von Alpine Ascents und von Garret Madison auf. Jetzt sind wir fasst alle in einem Hotel untergebracht. Hans macht in der Zwischenzeit sein eigenes Wetter mit wenig erfreulichen Neuigkeiten. Bis heute Nacht um 04.00 Uhr gibt es ein letztes Fenster mit klarer Sicht und Boen bis 7m/s aus S. Wenn wir dieses Fenster nicht nutzen können, sitzen wir sicher bis zum 25.12. in Chile fest.

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