Tourbeginn: Regulär 08:00 Uhr Herbriggen
Tourende: Voraussichtlich 17:00 Uhr Herbriggen
Zur neuen Topalihütte (2.675 m), hoch über dem Mattertal
Am frühen Vormittag lassen wir uns zunächst vom Hotel zu unserem wenige Kilometer entfernten Ausgangspunkt bringen, dem Weiler Schwiedernen südlich von St. Niklaus. Durch die lichten Lärchenwälder gewinnen wir schnell an Höhe, und so wird auch die Sicht auf die Viertausender der Mischabelgruppe gegenüber immer besser. Die Topalihütte liegt hoch auf einem Felssporn über dem Tal, am Beginn des Distelgrats auf 2.674 Metern Höhe. Die Hütte wurde erst 2003 neu gebaut, nachdem der Vorgängerbau von 1926 im Jahr 1998 abgebrannt war.
1600 Hm100 Hm5 - 6 hTopalihütte2. Tag:
Über das Schöllijoch auf das Barrhorn 3.610 m
Früh brechen wir heute auf, denn wir steigen in der Ostflanke hinauf zum Schöllijoch, entsprechend früh begrüßen wir die Sonne. Ein leichter Klettersteig führt die letzten Meter hinauf in das Joch, da der Gletscher darunter mittlerweile fast abgeschmolzen ist. Jenseits steigen wir im nun wieder leichten Gelände über Pfadspuren im Schotter hinauf auf das Barrhorn. Mit 3.610 Metern Höhe gilt es als der höchste Wandergipfel der Alpen, denn von der Turtmannhütte ist es ohne Schwierigkeiten und Gletscherberührung zu erreichen. Die Sicht auf die Mischabel jenseits des Mattertals kennen wir schon vom Vortag, von hier zeigt sich aber auch erstmals das Ensemble aus Brunegghorn (3.831 m), Weisshorn (4.505 m) und Bishorn (4.151 m) mit ihren eindrucksvollen vergletscherten Nordwänden. Über den angesprochenen Normalweg von der Turtmannhütte steigen wir zu ebendieser hinab und genießen am Nachmittag die Ausblicke auf den Turtmanngletscher.
1000 Hm1100 Hm5 - 6 hTurtmannhütte3. Tag:
Über das Eis des Turtmanngletschers zur Tracuithütte
Heute betreten wir endlich das Eis, das wir die letzten Tage aus der Ferne bestaunen konnten. Von der Turtmannhütte geht es hinauf Richtung Brunegggletscher, der durch den Gletscherrückgang inzwischen leider tief eingesunken ist – die Wegführung ist dadurch etwas verwickelter geworden, denn über eine Felsrippe müssen wir hinüberqueren zum Turtmanngletscher. Seine Steilstufe auf etwa 3.000 Metern mit eindrucksvollen Spalten und Séracs – so nennt man die freistehenden Eistürme – umgehen wir rechts. Oberhalb wird der Gletscher wieder zahmer und wir erreichen die Cabane de Tracuit auf immerhin 3.256 Metern Höhe. Durch die vorigen Tage sind wir aber gut akklimatisiert und können den Abend auf der Hütte genießen: Berühmt ist der Sonnenuntergang von hier aus mit Blick auf die Viertausender Weisshorn, Zinalrothorn, Ober Gabelhorn und Dent Blanche – die „Couronne impériale“.
1000 Hm200 Hm4 - 5 hCabane Tracuit4. Tag:
Auf das Bishorn (4.151 m) – spektakulärer Blick zum Weisshorn
Heute starten wir sehr früh, denn zum einen sollte man auf Gletschern immer früh unterwegs sein, um weichen Schnee infolge der zunehmenden Tageshitze zu vermeiden. Zum anderen ist die Sicht am Vormittag vor der Quellwolkenbildung besser. Durch die hoch gelegene Hütte sind es „nur“ noch 900 Höhenmeter hinauf zum Gipfel. Über die Firnflanken des oberen Turtmanngletschers gewinnen wir die große Rampe, die den verhältnismäßig leichten Zustieg zum Gipfel ermöglicht. Lediglich die letzten Meter können etwas steiler sein. Durch den Bergführer am Seil gesichert und geführt, ist dieser Abschnitt auch für Bergsteiger möglich, die bisher keine Gletschererfahrung haben – Dein erster Viertausender? Spektakulär ist der Blick vom Bishorn auf das Weisshorn: Seine namensgebende vergletscherte Nordwand liegt direkt vis-à-vis, begrenzt durch den Ostgrat links und die phänomenale Linie des Nordgrats rechts, der vom Bishorn über einen großen Turm zum Gipfel führt. Dieser Grat zählt zu den ganz großen Grattouren der Alpen. Wir begnügen uns mit dem Blick und steigen wieder hinunter zur Tracuithütte.
900 Hm4 - 5 h5. Tag:
Diablon des Dames (3.538 m) und Abstieg nach Zinal
Binnen einer guten Stunde erreichen wir nach dem Frühstück den Hüttengipfel der Tracuithütte, den Diablon des Dames – wir sind genau auf dem Röstigraben, der Sprachgrenze zwischen Deutsch und Französisch. Vom Gipfel haben wir nochmal eine prächtige Aussicht auf das Bishorn und die Viertausender des Zinaltals.
Anschließend machen wir uns an den langen Abstieg nach Zinal, für den wir uns aber Zeit lassen können. Von Zinal erreichen wir mit dem in der Schweiz bestens ausgebauten Netz öffentlicher Verkehrsmittel wieder Herbriggen.
300 Hm2700 Hm6 - 7 hCabane Tracuit