Tourbeginn: Regulär 11:00 Uhr Chamonix-Mont-Blanc
Tourende: Voraussichtlich 14:00 Uhr Chamonix-Mont-Blanc
1. Tag:
Vom Plan de l'Aiguille über den Grand Balcon Nord nach Montenvers
Wir treffen uns am großen Parkplatz der Seilbahn zur Aiguille du Midi. Nachdem die letzten Fragen zur Ausrüstung geklärt sind, fahren wir zunächst bis zur Mittelstation der berühmten Seilbahn zum Plan de l’Aiguille auf 2.317 Metern Höhe. Von hier aus beeindruckt der Mont Blanc selbst mit seinem nach Norden abfließenden Bossonsgletscher – dieser Gletscher überwindet in den Alpen den größten Höhenunterschied, von über 4.800 Metern hinunter auf 1.700 Meter.
Wir wandern aber weg vom Mont Blanc auf die Aiguille Verte zu, den großen Gipfel im östlichen Mont-Blanc-Massiv. Im stetigen Auf und Ab auf dem sogenannten Balcon Nord oberhalb von Chamonix erreichen wir unter den Nordwänden der Aiguilles das Signal Forbes – hier öffnet sich der Blick ins Tal des Mer de Glace. Wenig später gelangen wir nach Montenvers, dem Endpunkt der Zahnradbahn von Chamonix und Standort unserer ersten Unterkunft, des altehrwürdigen Refuge du Montenvers, eines Hotels mit dem Atem des späten 19. Jahrhunderts.
200 Hm600 Hm3 h4 kmRefuge du Montenvers2. Tag:
Über das Refuge du Couvercle zur Leschaux-Hütte
Heute tauchen wir tief ein in eine archaische Gebirgslandschaft. Zunächst verdeutlicht der weite Abstieg über die steilen Leitern hinunter zum Mer de Glace, wie weit der Gletscher abgeschmolzen ist. Zur Zeit des Baus der Seilbahn reichte das Eis noch bis 30 Meter unter die Bahnstation. Über die schuttbedeckte Zunge steigen wir hinauf, bis wir gegenüber den ebenso steilen und mit Leitern ausgestatteten Steig zum Refuge du Couvercle erreichen. Oberhalb der Moräne angekommen, dringen wir nun hoch über dem Mer de Glace parallel zum Hang tief ins Gebirge ein. Das Refuge du Couvercle ist nur eine Zwischenstation, bevor wir den Talèfregletscher queren und schließlich absteigend das Refuge de Leschaux erreichen. Der Blick in die Nordwand der Grandes Jorasses ist atemraubend – sie ist eine der drei großen Nordwände der Alpen, die anderen sind die Nordwände von Eiger und Matterhorn.
1100 Hm300 Hm6 - 8 h9 kmRefuge de Leschaux3. Tag:
Vom Glacier de Leschaux zum Glacier du Tacul
Nach dem fordernden gestrigen Tag ist die heutige Etappe kürzer. Wiederum über Leitern und Treppen steigen wir hinunter zum Gletscher, den wir nun talauswärts verfolgen, bis der Leschauxgletscher in den Taculgletscher mündet und ab hier das Mer de Glace bildet. An tiefen Spalten, Gletschertischen und -mühlen vorbei, über große Schmelzwasserbäche und Moränen steigen wir anschließend wieder hinauf. Unser Bergführer erklärt unterwegs all die Phänomene, die das leider schwindende Eis so faszinierend machen. Über Leitern erreichen wir nun das Refuge du Requin, die „Haifisch-Hütte“ – benannt nach der Dent du Requin, dem Haifischzahn, einer der markanten Nadeln oberhalb der Hütte. Am Abend genießen wir den Blick auf den gewaltigen Eisbruch direkt unterhalb der Hütte.
300 Hm400 Hm4 - 5 h6 kmRefuge du Requin4. Tag:
Hinauf ins Nährgebiet des Gletschers - mit Petit Flambeaux, 3.437 m
Wo wir gestern noch auf dem blanken Eis gegangen sind, werden wir heute mehr und mehr im Firn gehen – dem „alten“ Schnee der letzten Winter. So verändert sich das Bild des Gletschers, je höher wir kommen: Das blanke, schmutzige Eis weicht dem helleren Schnee. Auch das Tal öffnet sich nun zu einem weiten Becken, riesige Spalten begleiten uns links und rechts, und auch die Kulisse ändert sich: Wir nähern uns wieder dem Mont Blanc selbst, seine Trabanten Mont Maudit und Mont Blanc du Tacul beherrschen den Glacier du Géant – so heißt der oberste Teil dieses gewaltigen Gletschersystems. Der leicht erreichbare Gipfel des Petit Flambeau lädt nochmals zur Rast und zum Schauen ein. Unsere Unterkunft heute steht auf italienischem Boden, das Rifugio Torino ist von Süden bequem mit der Seilbahn erreichbar, und so herrscht hier in vielerlei Hinsicht eine ganz andere Atmosphäre als in den letzten Tagen.
950 Hm100 Hm4 - 5 h5 kmRifugio Torino5. Tag:
Über den Glacier du Géant zur Aiguille du Midi, 3.842 m
Das große Finale führt uns heute durch spektakuläre Eisbrüche: Wir müssen mitten hindurch durch die Zonen, wo die Oberfläche des Eises durch die Spannungen aufreißt und große Spalten bildet, in denen manchmal ganze Häuser Platz hätten. Stetig gewinnen wir so weiter an Höhe und nähern uns der Aiguille du Midi: Den 3.842 Meter hohen Berg, den fast alle mit der Seilbahn erreichen, haben wir in fünf Tagen zu Fuß erklommen. Von der Aussichtsplattform des Gipfels genießen wir nochmal den Blick, nun auf den Mont Blanc selbst, bevor wir im Anschluss mit der Seilbahn nach Chamonix hinunterschweben.
650 Hm200 Hm3 - 4 h6 km