#reisebericht
Veröffentlicht: 06.09.2019
Autor: Sepp Aschauer

Von Salzburg nach Triest Teil II Alpenüberquerung auf stillen Wegen

Start in eine unvergessliche und abwechslungsreiche Woche

 

Der erste Tag unserer Alpenüberquerung startet in Tröpolach, einem kleinen Skiort mitten in Österreich. Die Pisten werden im Sommer von Mountainbikern genutzt und es gibt verschiedene Trails, die befahren werden können. Von hier starten wir bei strahlendem Sonnenschein mit dem Taxi auf die Egger Alm. Das beschauliche Almdörfchen bietet uns eine traumhafte Kulisse für den Start in eine abwechslungsreiche Woche. Der Weg führt uns weiter über stille Almwiesen und kleine Almdörfer bis auf die Poludnik Alm. Bei einem kalten Getränk und einer kleinen Stärkung ist der kurze Aufstieg auch schnell vergessen. Der Abstieg führt uns auf dem Weg, den wir gekommen sind, wieder ein Stück zurück. Der schattenspendende Wald ist uns in der Hitze des Tages eine willkommene Abwechslung. Die Sonne gibt ihr bestes und jeder Wasserlauf wird für eine erfrischende Abkühlung genutzt. Der Weg führt uns abwechselnd durch Wald und über idyllische Almwiesen. Manchmal steil, manchmal flach, aber mit jedem Schritt weiter zur Unterkunft. Am Nachmittag erreichen wir dann endlich den höchsten Punkt und genießen noch einmal den Blick über die Karnischen Berge. In der Ferne sind schon die ersten Felsformationen der Julischen Alpen zu erkennen. Lange können wir die Aussicht nicht genießen, denn wir müssen noch ein Stück weiter zu unserer Unterkunft, dem Rifugio Nordio e Deffar. Wir überschreiten bald zum ersten Mal eine Landesgrenze - nach Italien. Die Hütte liegt wildromantisch mitten im Wald und bietet uns die perfekte Unterkunft für die erste Nacht.

Wandern auf dem Karnischen Höhenweg

 

Grenzgänger auf dem Karnischen Höhenweg

 

Frühmorgens geht es wieder los. Der Wecker klingelt zeitig. Es ist Gewitter angesagt, auch wenn der Himmel noch keine Spur von Wolken zeigt. Wir machen uns auf zum klassisch italienischen Frühstück: Zwieback und jede Menge Süßkram. Schwarzbrot ist anscheinend nicht der Renner in den Verkaufsregalen. Die Feuchtigkeit des Morgens lässt den Wald glitzern und verströmt angenehme Düfte, die uns den Aufstieg erleichtern. Mit uns sind nur Wanderer unterwegs, die wir schon am Vortag auf der Hütte getroffen haben, und die uns auch noch einige Zeit weiter begleiten werden. Die Sonne macht langsam ihre Arbeit und die Temperaturen steigen als wir auf die nächste Alm Wiese treffen. Wieder einmal überqueren wir eine Grenze und sind zurück in Österreich. Auf dem weiteren Weg begleiten uns Almwiesen und Weidewirtschaft, aber wir treffen fast keine Menschen. Diese schöne Ecke bleibt also noch einigermaßen unberührt von den Touristenmassen der Alpen. Die Wolken werden mehr und die Vorhersage für den Tag scheint immer realistischer, auch wenn die Sonne noch alles gibt, um uns vom Gegenteil zu überzeugen. Hinunter geht es über einen abenteuerlichen Pfad ins angrenzende Tal. Die Bäume spenden Schatten und angenehme Kühle. Sobald wir den Wald verlassen, bemerken wir erst wie sehr sich die Umgebung bereits erhitzt hat. Auch die Wolkentürme werden immer bedrohlicher und geben einen ersten Hinweis auf das was später folgen soll. Erst einmal ignorieren wir den Himmel und gönnen uns ein wohlverdientes Bad im Bach, ehe wir weiter aus dem Tal heraus laufen und den Zielort Tarvisio erreichen. Kurz vor Tarvisio passiert es dann: Der Himmel rumort und das erste Donnergrollen ist zu hören. Immer weiter schiebt sich eine schwarze Wand über uns und immer bedrohlicher wird die Szenerie. Gott sei Dank sind wir gleich an unserer Unterkunft und erreichen diese gerade auch noch in letzter Sekunde, ehe sich die Schleusen des Himmels öffnen und gefühlt das gesamte Wasser aus dieser Region auf uns herunterprasselt. Wir verfolgen das Spektakel fröhlich im Trocknen und machen uns frisch, um anschließend Tarvisio zu erkunden und das phänomenal schmackhafte Abendessen in der Unterkunft zu genießen.

Die Weissenburger Seen

Der heutige Tag beginnt einfach und wir füllen erst mal unsere Vorräte auf. Das Wetter spielt noch mit, aber erneunt sind Gewitter angesagt. Mal schauen, ob wir heute wieder trocken bleiben und dem Spektakel entfliehen können. Das Highlight des Morgens ist sicherlich die Klamm, durch die wir wandern. Viele Stufen bringen uns hinunter an den Fluss. Die ausgewaschenen Steine und die Kieselstrände erinnern schon ein bisschen an die Soca, die uns am Ende unserer Reise erwartet - ein geniales Spiel von Wasser und Fels. Ein Naturschauspiel, das sich im Verlauf des Weges durch die Klamm eröffnet. Schade, dass der weitere Weg nicht auch durch die Klamm verläuft, sondern erst ein Stück weit auf einem Fahrradweg. Immer wieder überholen uns die Radfahrer und wir sind froh, als wir nach kurzer Zeit in den Wald abbiegen können und uns die Stille des Waldes ergreift. Gegen Mittag erreichen wir den saukalten Weissenburger See… Aber wie immer muss man rein in den See, wenn man zuvor die Klappe zu weit aufreißt. Fast alle genießen den mutigen Sprung in das luftabschnürende, eiskalte Wasser und wunderbar türkise Wasser und sind froh schnell wieder draußen zu sein und weitergehen zu können. Schließlich sind wir ja noch nicht am Ziel, sondern haben noch ein paar Meter vor uns. Wir entscheiden uns für den einsameren Weg zur Hütte, auch wenn das heißt mehr Höhenmeter meisten zu müssen. Hoch geht es vorwiegend durch den Wald, aber die Aussicht, die uns erwartet, wenn wir diesen verlassen, reizt uns alle zu sehr, um den einfachen Weg zu gehen. Langsam steigen wir auf und immer bedrohlicher werden die Wolkentürme um uns. Die Stimmung ist schaurig schön. Der Blick gigantisch, und doch müssen wir langsam, aber sicher den höchsten Punkt überschreiten, um den Naturgewalten, soweit es geht, zu entfliehen. Der Himmel zeigt sich dunkel und der erste krachende Donner ist zu hören. Ein weißer Schleier schiebt sich in unser Blickfeld und wir werden immer schneller, um dem kühlen Nass zu entfliehen. Wir erreichen die Baumgrenze und es beginnt zu nieseln. Der erste Regen ist da und das Gelände wird anspruchsvoller. Weiter geht es über Brücken und die ersten seilversicherten Stellen erwarten uns. Das Donnergrollen kommt immer näher und damit die Gewissheit, dass wir heute noch richtig nass werden. Das Wichtigste ist allerdings der Abstieg und der geht zumindest schneller als der Aufstieg. Jetzt erreicht uns auch der weiße Schleier, der sich als ausgewachsener Platzregen erweist. Um uns herum bilden sich Bäche und wir sind innerhalb kürzester Zeit klatsch-nass. Die Hütte ist nicht mehr weit und das Tempo hat sich deutlich erhöht. Als die Unterkunft zwischen den Bäumen durchschimmert, sind wir alle froh über das herzliche Willkommen der Wirtsleute. Eine warme Dusche holt uns zurück ins Leben und die Zimmer hängen voll mit unseren nassen Klamotten. Der Spuk ist bald vorbei und der Himmel klart wieder auf. Es hat sich merklich abgekühlt und wir sind froh um die trockenen Wechselklamotten. Der Mangart im Hintergrund bietet uns eine unvergessliche Kulisse und wir lassen den Abend gemütlich bei gutem Essen und einem kühlen Bier ausklingen.

Das Tamar Tal

Der nächste Morgen zeigt sich verhüllt. Der Nebel zieht tief durch das unter uns liegende Tal und das Wetter weiß nicht so richtig, was es will. Wir beobachten das Geschehen zuerst aus der Hütte und genießen das gute Frühstück. Der Kaffee bringt uns wieder auf Spur und langsam werden alle wach und bereiten sich mental auf den kommenden Tag vor. Die Julischen Alpen liegen vor uns. Das Gelände und die Wegfindung werden anspruchsvoller. Wir packen alles zusammen und starten los auf dem Weg, den wir gestern Abend bei Platzregen doch sehr schnell bewältigt hatten. Beim Aufstieg wundern wir uns, wie weit die Strecke dann doch war. An einer Weggabelung angekommen verlassen wir die uns bekannten Pfade und erreichen ein schroffes Kar. Steile Felstürme und glatte Wände bieten die Kulisse für unseren Aufstieg. Nebelschwaden wabern immer wieder zwischen den skurrilen Felsformationen. Alles erinnert an eine Filmkulisse aus "Herr der Ringe im Land der Orks". Die Vegetation wird immer spärlicher und wir wechseln in eine karge Mondlandschaft, die von Schotter, Felsen und ein paar vereinzelten Graspolstern übersäht ist. Noch zeigt sich keine Sonne, was aber doch eine willkommene Abwechslung zu den vergangenen heißen Tagen darstellt. Langsam kommen wir an den höchsten Punkt und können nur erahnen, was sich dahinter versteckt. Der Blick von der Scharte ist atemberaubend und wir sehen den kommenden Abstieg. Wir stehen direkt auf der Grenze zu Slowenien und damit an der Grenze zum Triglav Nationalpark. In leichter Kletterei kommen wir den Schotterfeldern am Wandfuß immer näher und die erste Herausforderung des Tages ist geschafft. Der Abstieg über den Schotter geht schnell und wir genießen die weiche Unterlage. Hoffentlich müssen wir da nicht wieder hoch. Die Wegmarkierungen auf dieser Strecke fehlen völlig. Wir wissen, dass wir uns immer unter den Schotterfeldern entlang bewegen müssen und anfangs auch noch einige Steinmännchen als Markierung dienen. Aber wo sind die? Alle paar hundert Meter finden wir wieder eines und der Weg erinnert eher an einen Wildwechsel als an einen markierten Wanderweg. Langsam erreichen wir wieder die Baumgrenze und gehen nun im Wald immer am Hang entlang Richtung Tamar Tal. Bis jetzt sind wir außer ein paar Dolen noch niemandem begegnet. Wir alle sind froh über die Stille und die Einsamkeit. Etwas, das man in den Alpen oftmals suchen muss. Der Wald wird immer steiler und wir müssen aufpassen, dass wir den Weg nicht verlieren. Immer weiter kommen wir in Richtung Tal und nach einer Weile hören wir das Rauschen des Baches unter uns. Die Stimmung ist überwältigend. Nebelschwaden wabern zwischen den Felsmassiven uns gegenüber und wir fragen uns, wo sich unser weiterer Weg durch diese gigantischen Felswände zieht. Langsam lichtet sich der Wald und wir erhaschen einen ersten Blick auf die Tamar Hütte. Eingebettet zwischen grünen Wiesen und den Felsriesen wird sie unsere Mittagspause mit warmem Essen und kühlem Bier aufwerten. Der Abstieg jedoch wird noch einmal schwierig. Wir müssen die Schotterfelder durchqueren und anschließend auch über diese absteigen. Eine ungewohnte Umgebung für die meisten, aber eine Herausforderung die letztendlich alle meistern. Auf der Hütte treffen wir auch unsere Begleiter der letzten Tage wieder. Nach einer ausgiebigen Rast brechen wir auf. Noch ist keinem klar, wie wir die steilen Wände durchqueren sollen. Ein breites Band zieht sich durch die Felswand und es wird bewusst, dass genau dieses Band unser Aufstiegsweg sein wird. Je höher wir kommen, desto mehr können wir das Band einsehen. Kein Problem. Nun entpuppt sich das band mehr und mehr als normaler Wanderweg und erweckt nicht mehr den Eindruck, durch eine Felswand zu steigen. Eine gelungene Täuschung der Natur. Die letzten steilen Höhenmeter des Tages fordern uns noch einmal, bis wir entlang der steilen Felswände der Velika Mojstrovka in Richtung Werschitzpass gehen. Entlang des Wegs sehen wir unter uns die weltbekannte Skiflugschanze von Planica. Zu unserer Unterkunft müssen wir vom Pass noch ein paar Meter aufsteigen. Der Prisank baut sich vor uns auf und immer deutlicher wird das bekannte anmutige Felsengesicht. Eine Laune der Natur und ein gewaltiges Bild in dieser massiven Felswand des stummen Riesen. Wir genießen den Abend und freuen uns auf die kommenden Tage im Triglav Nationalpark.

Pogacnikov dom na Kriskih Podih

Der nächste Morgen startet entspannt mit einer Taxifahrt. Leider nicht wirklich pünktlich, also haben wir die Möglichkeit, die Aussicht noch voll auszukosten und zu genießen. Die kühle Morgenluft tut uns allen gut und macht wach. Nach einer Weile kommt dann auch der Taxifahrer und wir laden unsere Rucksäcke in den Kofferraum des Fahrzeuges. Die Fahrt führt uns äußerst kurvenreich durch das Soca Tal bis nach Trenta. Von hier geht es zu Fuß weiter, zunächst durch ein einmaliges Tal steil bergauf. Wir spüren die letzten Tage in den Beinen, aber wir kommen dennoch zügig voran. Der Weg schlängelt sich in vielen Serpentinen durchs Tal und schon bald verlassen wir die bewaldeten Flächen und genießen immer wieder den Ausblick über das Soca Tal. Je höher wir kommen, desto alpiner wird das Gelände und die schroffen Felswände wirken mit ihrer bedrohlichen Schönheit auf uns ein. Die Hütte sehen wir von Anfang an, aber sie will nicht wirklich näherkommen. Die 1.400 Höhenmeter ziehen sich - doch ziemlich in die Länge. Am frühen Nachmittag erreichen wir sie dann doch. Wunderbar exponiert, mit gigantischer Aussicht. Umrahmt von gigantischen Felsstrukturen. Nur der Triglav zeigt sich noch nicht. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung und ein Teil der Gruppe macht sich noch auf eine Entdeckungsreise durch die karge Mondlandschaft. Anschließend genießen wir in den hütteneigenen Liegestühlen die Sonne und freuen uns auf die kommenden Tage rund um das slowenische Wahrzeichen und den höchsten Berg des Landes, den Triglav.

Der Weg um den Triglav

Heute erwachen wir bei bestem Wetter. Die Vorhersagen sind gut und wir freuen uns, endlich inmitten des Nationalparks angekommen zu sein. Der kühle Morgen erfrischt uns, als wir die Hütte nach einem reichhaltigen Frühstück verlassen. Wieder gehen wir durch eine Mondlandschaft und wundern uns, wo man hier ohne große Kletterei einen Weg finden kann. Immer wieder werden wir überrascht und auch heute schlängelt sich wieder ein kleiner Weg durch das Felsenlabyrinth. Zuerst steigen wir zum Dovska Vratea auf, den wir nach kurzer Zeit erreichen. Vor uns baut sich der majestätische Triglav auf. Wieder blicken wir auf gigantische, senkrechte Felswände, die einen gewissen Respekt erwachen lassen. Gigantische Formationen, die sich vor Millionen Jahren gebildet haben, bringen uns zum Staunen. Auf der gegenüberliegenden Seite schlängelt sich ein Weg durch die Wand. Ausgesetzt und steil. Wir sind froh, dass wir nach rechts ausweichen können und dem Tal noch ein wenig folgen, aber jetzt geht es erst einmal an den steilen Abstieg. Wir folgen dem Weg nach unten und schon bald erreichen wir die ersten steileren Stellen, die wir aber problemlos meistern. Seilversicherte Passagen mit leichter Kletterei lassen nicht lange auf sich warten und auch die Schotterfelder begleiten uns auf unserem Weg. Wir steigen immer weiter ins Tal ab und kommen dem dichten Wald immer näher. Hier biegen wir ab und machen eine Pause im wohltuenden Schatten. Die Sonne gibt mal wieder alles, was geht. Schließlich müssen wir den Schatten wieder verlassen und machen uns an den kurzen, aber knackigen Aufstieg über ein Schotterfeld, bevor es wieder in Richtung Soca Tal geht. Oben angekommen bietet sich uns ein gigantischer Ausblick über das Soca Tal, den wir noch lange im Abstieg genießen können. Wir bemerken, dass wir uns langsam wieder auf den Hauptwegen befinden. Wir treffen immer mehr Menschen, die sich zum oder um den Triglav bewegen. Der schöne Aufstieg über einen alten Militärpfad wird dadurch aber nicht weniger faszinierend. Die Hütte erreichen wir zusammen mit Militär und Reservisten der Polizei. Wie wir später erfahren, ist eine Zusammenkunft auf dem Gipfel des Triglav geplant und am nächsten Tag erreichen diesen auch mehr als 100 Menschen. Immer mehr militärisch gekleidete Menschen kommen in die Hütte. Viele haben die Nationalflagge von Slowenien dabei. Der Abend wird zumindest nicht langweilig werden. Schon jetzt ist die Stimmung ausgelassen und es gehen viele Liter Alkohol über die Theke. Wir hören viele slowenische Lieder und Gesänge und lernen neue Leute kennen. Insgesamt ein lustiger und erfolgreicher Abend.

Das sieben Seen Tal

Als wir am nächsten Morgen aufstehen, sind die grauen Helden schon weg und wir können in Ruhe frühstücken. Wir fragen uns alle wie sie den Gipfel bezwingen werden, der gestrige Abend war doch eher feucht-fröhlich. Wir bewegen uns heute wieder weg vom Triglav. Die Erwartungen sind hoch, wir bewegen uns schließlich durch ein Gebiet, in dem Teile der alten Winnetou-Filme gedreht wurden. Zuerst geht es aber noch durch die Felswüste rund um den Triglav. Eine Landschaft, in der einfach nichts wächst. Wieder geht es aufwärts über die klassischen Schotterpisten, die wir mittlerweile auch zu schätzen gelernt haben. Also zumindest im Abstieg. Nach und nach eröffnet sich das Sieben Seen Tal vor uns und die ersten beiden Seen können wir schon sehen. Auf dem Abstieg ins Tal entdecken wir die erste Vegetation. Mit jedem Schritt wird die Landschaft grüner und saftiger. Wir können uns bildlich die Apachen und Winnetou vorstellen, wie sie durch diese Landschaft streifen und sich an ihre Feinde heranpirschen. Wir allerdings, am oberen Ende des Tals, sehen überhaupt keine Menschen mehr. Je weiter wir durch die immer grüner werdende Landschaft absteigen, desto mehr Begehungsspuren sehen wir dann auch. Nur die dazugehörigen Menschen bleiben immer noch außerhalb unseres Sichtfeldes. Nach einer Weile erreichen wir die malerisch an einem See gelegene Sieben Seen Hütte. Hier treffen wir wieder auf die ersten Menschen, die sich vor dem beginnenden Regen in Sicherheit bringen. Nach einem kurzen Guss ist der Spuk auch schon wieder vorbei und wir machen uns trockenen Fußes auf den Weiterweg. Die Tafel an der Hütte zeigt null Höhenmeter an. Mal schauen, die Karte sagt was anderes und auch würde sich diese Information nicht mit unserer Tourenplanung decken. Nach hundert Metern machen wir dann auch die ersten Höhenmeter. Immer hoch und runter führt uns der Weg immer weiter vom Triglav weg. Die blühende Vegetation ist eine Wohltat, nach den letzten Tagen durch allemal karge Vegetation. Abermals begleitet uns das Wetter und es ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. Es kommt der erste Wind und es wird spürbar kälter. Wir alle bemerken, dass sich mal wieder ein Gewitter anbahnt und werden schneller, um noch trocken die Hütte zu erreichen. Die Hütte ist mittlerweile an den Schildern angeschrieben und wir können sie schon sehen. Leider noch immer in der Ferne während der graue Schleier schnell näher kommt. Das erste Donnergrollen ist in der Ferne zu hören, aber bald sind wir an der Hütte. Die Schritte werden immer schneller, auch wenn das nach den letzten, anstrengenden Tagen deutlich schwerer fällt als am Anfang der Tour. Als die ersten dicken Tropfen immer regelmäßiger fallen, sind wir auch schon fast an der Hütte. Die Blitze zucken am Horizont und wieder einmal entgehen wir nur knapp dem Gewitter. Die Hütte gleicht mehr einem Hotel mit gigantischer Aussicht. Wir haben wieder warme Duschen und Federbetten. Es fühlt sich fast unwirklich an, hier zu sein und damit auch fast am Ende der Tour zu stehen. Der Abend ist begleitet von gemischten Gefühlen. Freuen wir uns, dass wir die Tour geschafft haben, oder sind wir traurig bereits am Ende angelangt zu sein?

Der letzte Tag

Der nächste Morgen ist wieder begleitet von gemischten Gefühlen. Heute legen wir die letzten Höhenmeter der Tour zurück. Wir laufen durch unendliche Latschenfelder und bewegen uns immer an der Baumgrenze entlang. Es ist ein konstanter Wechsel zwischen den verschiedenen Vegetationszonen und die Landschaft wird immer mediterraner. Der letzte Anstieg zum Konjsko Sedlo fällt uns nicht schwer, aber begleitet sind wir immer von der Gewissheit, dass uns bald schon ein Taxi zurück zu unseren Autos bringen wird. Nach einer Weile erreichen wir den höchsten Punkt unserer heutigen Strecke und auf dem Abstieg sehen wir das erste Edelweiß. Eine faszinierende Pflanze mit erstaunlicher Anpassungsfähigkeit an das hochalpine Gelände. Ab jetzt geht es nur noch bergab und in zwei Stunden werden wir abgeholt. Zwischendrin gibt es noch eine Hütte, auf der wir einkehren und das Erlebte noch einmal Revue passieren lassen. Bei einem kühlen Radler genießen wir noch einmal die letzten Weitblicke. Die letzten Meter werden dann doch noch einmal spannend. Ein steiler, teils versicherter Steig durch den Wald führt uns nach Tolminske Ravne, ein idyllisches Bauerdorf mitten im Nirgendwo. Hier wartet auch schon das Taxi auf uns und wir fahren zum Ausgangspunkt unserer Tour zurück. Die Woche ist geschafft und die Eindrücke, die wir während der Zeit gesammelt haben, brennen sich in unser Gedächtnis ein. Eine unvergessliche Woche liegt hinter uns, geprägt von rauer Berglandschaft und gigantischen Naturschauspielen. Wir alle waren sicherlich nicht zum letzten Mal hier. Es gibt nicht viele Orte, die mit dieser Tour vergleichbar sind und die so wenig besucht werden. Alles in allem eine sehr gelungene Woche!

Was brauche ich, um diese Tour zu bewältigen?

Für diese geführte Alpenüberquerung von Hermagor nach Tolmin solltest Du als erfahrener Bergwanderer über eine entsprechende Kondition für Gehzeiten bis 7 Stunden verfügen. Die Aufstiege bei der Alpenüberquerung betragen maximal 1.400 Höhenmeter am Tag. Die durchschnittliche Geschwindigkeit im Aufstieg beträgt beim Wandern 300 Höhenmeter pro Stunde. Es sind auf dem zweiten Abschnitt durch den Triglav Nationalpark einige Ausgesetzte, versicherte oder absturzgefährdete Stellen zu erwarten. Diese sind mit Drahtseilen, Stufen und Geländern gut versichert, erfordern jedoch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

 

Mäßige Alpine Erfahrung | Mittlere alpine Unternehmung

  • Mittelschwere Bergwege ROT & anspruchsvoll SCHWARZ
  • Mäßige Ernsthaftigkeit / Gefährdung
  • Erfahrung Bergwandern
  • Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
  • Teamfähigkeit für Alpenüberquerung in einer Gruppe

1.400 Hm1.100 Hm7 hROT - SCHWARZ

 

Info´s zu Unterkünften

Buche hier die Alpenüberquerung!

Infos rund um Corona / Covid-19 & Reisen
Aktuelles erfahren

Buchung ohne Anzahlung
AGB - Änderung

Cookie Einstellungen

Wir setzen automatisiert nur technisch notwendige Cookies, deren Daten von uns nicht weitergegeben werden und ausschließlich zur Bereitstellung der Funktionalität dieser Seite dienen.

Außerdem verwenden wir Cookies, die Dein Verhalten beim Besuch der Webseiten messen, um das Interesse unserer Besucher besser kennen zu lernen. Wir erheben dabei nur pseudonyme Daten, eine Identifikation Deiner Person erfolgt nicht.

Weitere Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung.