#klimawandel
Aktualisiert: 17.08.2022
Autor: Hans Honold

Hitzewelle setzt Alpen zu

Information zu den aktuellen Touren

Uns erreichen noch immer eine Vielzahl an Anfragen von Bergsteigern, welche besorgt auf zahlreiche, zwischenzeitlich oftmals völlig veraltete, z.T sogar falsche Medienberichte reagieren. Das ist absolut verständlich! Die aktuellen Verhältnisse im Hochgebirge ändern sich jedoch mit jedem neuen Wetterumschwung. Daher empfehlen wir grundsätzlich:

Zu Risiken und Nebenwirkungen des Bergsteigens fragen Sie Ihre Bergschule oder Ihren Bergführer - aber nicht den Journalisten! 

 

Update 17.08.2022

Die Berghütten am Normalweg auf den Mont Blanc über die Gouterhütte sind wieder geöffnet.

 

Update 07.08.2022

Auch in der letzten Woche waren unsere Bergführer an einer Vielzahl von 4000ern im Wallis, Monte Rosa, Bernina, Berner Oberland und dem Mont Blanc Massiv erfolgreich unterwegs.

Im Berner Oberland wird die Jungfrau aufgrund der technischen Schwierigkeiten an der Randkluft auch weiterhin nicht begangen. Entsprechend werden dafür Ausweichziele angegangen, welche sich an dem persönlichen Können der Teilnehmer orientieren.

Das Matterhorn wird aufgrund des Neuschnees und der kühleren Temperaturen zwischenzeitlich wieder von lokalen Bergschulen, von uns und Anderen begangen und soll ab morgen auch wieder offiziell angeboten werden.

Das Monte Rosa Massiv, insbesondere dort die bekannte Spaghettirunde mit Abstieg über den Grenzgletscher funktioniert unverändert.

Auf dem Mont Blanc Normalweg über die Aufstiegsroute von der Gouterhütte sind derzeit alle beiden Hütten geschlossen. Die Mont Blanc Besteigung ist daher bis auf Weiteres auf diesem Weg nicht möglich, weshalb die weitere Entwicklung vor Ort schwierig beurteilt werden kann. Ohne Bergsteiger und Bergführer, welche Gipfel nach so einer Periode wieder (erst)-besteigen, lässt sich bekanntlich schwer beurteilen, wie die Bedingungen einer Besteigung tatsächlich sind!  Die Besteigung auf dem Normalweg von der Cosmique Seite bleibt weiterhin schwierig und aufgrund des Zustands des Mont Blanc du Tacul und der Maudit Flanke heikel. 

Insgesamt ist weiterhin mit für die Jahreszeit erhöhten alpinen Gefahren in Bezug auf Steinschlag - Eisschlag - Spaltensturz zu rechnen. 

Von Teilnehmern wird daher auch ein höheres Maß an Flexibilität und vor Allem auch ein gewisser Puffer bei der persönlichen Selbsteinschätzung sowie dem persönlichen Können im Fels / Eis gefordert. Im Hinblick auf die klimabedingten Veränderungen im Gebirge dürfte das auch für die kommenden Jahre gelten.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Gesamtbilds, welches sich nicht wesentlich ändern dürfte, beendigen wir die Updates daher bis auf Weiteres.

 

Update 01.08.2022

In einigen Gebirgsregionen, wie z.B. dem Monte Rosa Gebiet hat sich die Gesamtsituation in Bezug auf das Spaltensturzrisiko etwas entspannt. In den tieferen Lagen ist der Schnee weiter zurück gegangen, während es in den Hochlagen zum Teil neuen Schnee gegeben hat. Zum Teil wurden durch die lokalen Bergführervereinigungen oder von Hüttenwirten Fixseile verlegt oder Stangen gesetzt um zusätzliche Sicherungsmöglichkeiten zu schaffen. Durch den höheren Anteil an Blankeis kann bei zahlreichen Aufstiegen vermehrt über Fixpunkte im Eis gesichert werden.

Die Steinschlaggefahr bleibt jedoch bei zahlreichen Bergtouren unvermindert höher als in vergangenen Jahren, weshalb z.B. an der Jungfrau auch weiterhin keine Besteigungen erfolgen. Am Ortler setzen wir derzeit zusätzliche Bergführer ein, um das Gast/Führerverhältnis auf 2:1 zu reduzieren.

An einigen Gipfeln, wie. z.B. dem Zinalrothorn, dem Weisshorn oder am Biancograt fanden unsere Bergführer aber auch gute bis sehr gute Bedingungen vor.

Vor diesem Hintergrund werden unsere Touren, wie bisher auch, kurzfristig vor Ort den jeweiligen und tatsächlich vorherrschenden Verhältnissen angepasst und wo nötig Ausweichziele angegangen.

Der bereits veranlasste Buchungstopp für bestimmte Touren, bleibt bis zu einer wesentlichen Änderungen der örtlichen Verhältnisse bestehen.

 

Stand 24.07.2022

Bis 01.08. Buchungsstopp für bestimmte Hochtouren

Die aktuellen Bedingungen in den West- und Ostalpen stellen große Herausforderung an uns und unsere Bergführer.

Durch den schlechten Winter mit geringen Niederschlägen und die nun andauernde langanhaltende Hitzewelle hat sich die sonst zu dieser Jahreszeit noch vorhandene Schneedecke auf zahlreichen Gletschern im Vergleich zu den Vorjahren sehr stark minimiert. Dadurch erhöht sich die Spaltensturzgefahr und erschwert Zustiege bzw. das Passieren von Spaltenzonen. 

Einige Gipfelanstiege, wie z.B. die Jungfrau aber auch weitere, ansonsten viel begangene Routen im Berner Oberland, dem Wallis sowie der Aufstieg zum Mont Blanc sind durch die Hitzeeinwirkungen auf den Permafrost erhöhtem Steinschlag ausgesetzt.

Daher haben wir aus Sicherheitsgründen die Besteigung einiger 4000er vorübergehend ausgesetzt, bzw. sind Alternativziele angegangen oder haben Touren vorsorglich abgesagt.

Für die nächsten Tage ist nur in geringem Umfang mit einer Temperaturabnahme in der Höhe zu rechnen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhältnisse weiter entwickeln und welche Entwicklungen die kommenden Niederschläge in der Höhe bringen. Hierzu stehen wir im engen Austausch mit unseren Bergführern, lokalen Bergführervereinigungen, Kollegen und Partnerbergschulen, welche wie wir sehr viel an den Bergen unterwegs sind.

Vor diesem Gesamthintergrund sehen wir es allerdings als geboten an, bis zunächst 01.08.22 keine weiteren Buchungen für zahlreiche betroffene Hochtouren in den West- und Ostalpen mehr anzunehmen.

Seilschaften, welche nur über geringe oder keine Gebietskenntnis verfügen und selbstständig, d.h. ohne Bergführer unterwegs sind, wird empfohlen, die eigenen Tourenpläne zu überdenken.

Alle weiteren, bereits fixierten Bergtouren werden, wie bisher und in den vergangenen Jahren auch, kurzfristig vor Ort den jeweiligen und tatsächlich vorherrschenden Verhältnissen angepasst und finden derzeit vorbehaltlich einer kurzfristigen Absage statt. Für Alpinisten ist das allerdings auch nichts Neues. 

Die Verhältnisse erfordern in diesem Jahr sicher eine etwas höhere Flexibilität von unseren Gästen als in anderen Jahren.

Pray for Snow

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