Schwierigkeitsbewertung für Skitouren

 

Wir bringen hier unsere Erfahrung der letzten Jahre ein, um Dir eine möglichst realistische Einschätzung unseres Touren-Angebots zu geben. Es ist nicht möglich ein "Outdoor Produkt" wie eine Bergreise in ein Raster oder eine Excel-Tabelle zu packen und zu komprimieren. Deshalb musst Du Dir die Zeit nehmen und Dich in allen folgenden Punkten möglichst realistisch einschätzen und Deine Fähigkeiten betrachten. Beachte dabei wechselnde Wetter-Verhältnisse und plane einen "Sicherheitspuffer" mit ein. Du ersparst Dir und den teilnehmenden Bergkameraden eine Menge Unzufriedenheit, wenn Du die "richtige Schwierigkeit für Dich" wählst.

Erfahrungswert: Ein Beratungsgespräch am Telefon beantwortet offene Fragen und Unsicherheiten am unkompliziertesten!

 

1. Kondition

2. Technik

3. Gesamtschwierigkeit

4. Alpine Erfahrung

5. Ernsthaftigkeit/Risiko

 

Skitouren Aufstieg lernen am Skitourenkurs

 

1. Kondition für alle Bergsport-Disziplinen

 

Die Anforderung an Deine Kondition trägt maßgeblich zu einem kalkulierbaren und reibungslosen Tourenverlauf bei. Beachte bitte bei der Einschätzung erschwerende Faktoren wie Höhe, schwerer Rucksack, schlechtes Wetter und Trittverhältnisse. Schätze Deine Kondition ehrlich und realistisch ein und bereite Dich gewissenhaft auf die bevorstehende Tour vor. Die angegebenen Werte sollen Dir als Richtlinie dabei helfen die richtige Bergtour zu wählen. Die angegebene Gehzeit ist inkl. kurzen Trinkpausen. Größere Pausen sind hier nicht berücksichtigt und kommen zur Zeit noch hinzu.

 

Anforderung 1

Geringe Kondition - Du meisterst Auf- und Abstiege mit einer Differenz von 400 Höhenmetern (Hm) oder einer Gehzeit von 3 Stunden.

 

Anforderung 2

Mäßige Kondition - Du meisterst Auf- und Abstiege mit einer Differenz von 400 - 800 Höhenmetern (Hm) oder einer Gehzeit von 5 Stunden.

 

Anforderung 3

Gute Kondition - Du meisterst Auf- und Abstiege mit einer Differenz von 800 - 1.200 Höhenmetern (Hm) oder einer Gehzeit von 7 Stunden.

 

Anforderung 4

Sehr gute Kondition - Du meisterst Auf- und Abstiege mit einer Differenz von 1.200 - 1.600 Höhenmetern (Hm) oder einer Gehzeit von 10 Stunden.

 

Anforderung 5

Hervorragende Kondition - Du meisterst Auf- und Abstiege mit einer Differenz von mehr als 1.600 Höhenmetern (Hm) oder einer Gehzeit von mehr als 10 Stunden.

 

Freeriden und Tiefschneefahren lernen

 

2. Technik für Skitouren

 

Es gibt im Alpenraum KEIN einheitliches Bewertungssystem für Skitouren und Tiefschneefahren. Wir verwenden die SAC Schwierigkeitsskala für Skitouren. Hier findest Du die Definition bei Wikipedia. Es versteht sich von selbst, dass bei extremeren Bedingungen (Sturm, Schnee, Eis, Nässe, Hitze usw.) auch eine höhere Schwierigkeit zustande kommt. Ein Puffer ist in der Selbsteinschätzung unbedingt nötig, gerade beim Abfahren!

 

Anforderung 1

Technik: L = leicht bis 30°

 

Leichte Skitouren mit Aufstiegen/Abfahrten mit einer Steilheit bis 30°. Bei einem Sturz im Auf- und Abstieg besteht keine Gefahr. Die Geländeform ist weich, hügelig und glatt. In der Abfahrt sowie im Aufstieg gibt es keine Engpässe. Der Aufstieg ist mit Bogentreten OHNE Spitzkehren möglich. Die Skitouren oder Skitourenkurse sind als leicht zu bezeichnen und für Einsteiger mit solidem Fahrkönnen auf schwarzen Pisten geeignet. Du bezeichnest Dich als sehr guten Pistenskifahrer, der bereits den einen oder anderen Abstecher in den Tiefschnee unternommen hat. 

 

Anforderung 2

Technik: WS - = leicht - wenig schwierig 30°

 

Leichte - Wenig schwierige Skitouren mit Aufstiege/Abfahrten mit einer Steilheit von überwiegend 30°. Bei einem Ausrutschen im Auf- und Abstieg besteht keine Gefahr. Die Geländeform ist weich, hügelig und glatt. In der Abfahrt sowie im Aufstieg gibt es wenige Engpässe. Der Aufstieg ist vorwiegend mit Bogentreten und mit wenigen Spitzkehren möglich. Die Skitouren sind mit dem Begriff klassische Modetouren zu bezeichnen. Erfahrung im Tiefschneefahren und der Parallelschwung bei wechselnden Schneearten ist Voraussetzung für die Skitour/den Kurs.

 

Anforderung 3

Technik: WS = wenig schwierig bis 35°

 

Wenig schwierige Skitouren mit einer Steilheit bis 35°. Bei einem Ausrutschen im Auf- und Abstieg besteht keine Gefahr. Es können jedoch kürzere Rutschwege entstehen, die sanft auslaufen. Die Geländeform ist überwiegend offen mit kurzen Steilstufen und Engpässen. Für den Aufstieg sind teilweise Spitzkehren und Harscheisen nötig. In vergletscherten Gebieten können Steigeisen für Gipfelanstiege nötig sein. Du fährst in der Abfahrt mit solidem Parallelschwung bei allen Schneearten. Insgesamt bezeichnest Du Dich als guten Skifahrer im freien Gelände.

 

Anforderung 4

Technik: ZS = ziemlich schwierig bis 40°

 

Ziemlich schwierige Skitouren mit einer Steilheit bis 40°. Bei einem Ausrutschen im Auf- und Abstieg sind längere Rutschwege möglich, die jedoch noch abgebremst oder mittels Seilsicherung verhindert werden können. Kurze Steilstufen ohne Ausweichmöglichkeiten erfordern in mäßig steilem Gelände gute Reaktion. In der Abfahrt gibt es kurze und steile Engpässe. Für den Aufstieg sind SICHERE Spitzkehren nötig. Aufstiege über Steilstellen werden häufig mit Steigeisen und Pickel begangen. Du bezeichnest Dich als sehr guten Skifahrer bei allen Schneebeschaffenheiten.

 

Anforderung 5

Technik: S = schwierig ab 40°

 

Schwierige Skitouren mit einer Steilheit ab 40°. Bei einem Ausrutschen im Auf- und Abstieg sind längere Rutschwege möglich, die in Steilstufen abbrechen. Eine Seilsicherung ist hier teilweise notwendig. Steilhänge bergen viele Hindernisse und erfordern eine ausgereifte und sichere Fahrtechnik. Engpässe sind lang und steil. Kurzschwingen ist für Könner noch möglich. Für den Aufstieg sind SICHERE Spitzkehren nötig. Aufstiege über Steilstellen werden häufig mit Steigeisen und Pickel begangen. Du bezeichnest Dich als hervorragenden Skifahrer bei allen Schneebeschaffenheiten.

 

Freeriden und Tiefschneefahren lernen

 

3. Die Gesamtschwierigkeit

 

Die Gesamtschwierigkeit GS erzeugt einen Wert, der die Tour ins Verhältnis zu den weiteren angebotenen Touren der jeweiligen alpinen Disziplin setzt. Dieser Wert errechnet sich aus der Einstufung in den Bereichen: Kondition, Technik, Alpine Erfahrung und Herausforderung/Risiko am Berg. Zusätzlich korrigieren unsere Bergführer den Wert aufgrund ihrer Erfahrung ggf. nach oben und unten. Diese persönliche Note ist für uns sehr wichtig, da nicht alles rechnerisch und faktisch einbezogen werden kann!

Gesamtnote 02 gruen

Um Dir die Übersicht im Tourenprogramm zu erleichtern, haben die Gesamtschwierigkeit GS und alle weiteren Symbole jeweils die Farbe der jeweiligen Alpinen Erfahrung.

 

4. Deine Alpine Erfahrung

 

Die Einteilung der Alpinen Erfahrung überträgt die erworbenen Erfahrungen und Kenntnisse auf unser gesamtes Programm. So kannst Du einschätzen, welche Disziplin welche Alpine Erfahrung voraussetzt, und wo die Disziplin im gesamten Bergsportprogramm einzuordnen ist. Es gibt hier natürlich keine KLARE Abgrenzung, sondern lediglich fließende Übergänge. Die Alpine Erfahrung wird im Laufe Deiner Bergsteiger-Laufbahn ansteigen und Deine Fähigkeiten und Sinne werden im alpinen Gelände zunehmend geschärft und geschult.

 

Geringe Alpine Erfahrung | Dunkel-Grün

Alpine Erfahrung 01 tuerkis

 

Sommer: Einfache - Mittlere Wanderungen Technik 1 - 3 | Schnupperklettern/Hallenklettern | Kletterkurs Fels Blautal GS 1 | Mountainbiketouren und Kurse

Winter: Einfache Schneeschuhtouren GS 1 - 2 | Tiefschneekurse | Schnupperkurse Eisklettern | Leichtes Freeride GS bis 2.0

 

Mäßige Alpine Erfahrung | Hell-Grün

Alpine Erfahrung 02 gruen

 

Sommer: Anspruchsvolle Wanderungen Technik 4 - 5 | Einfaches Felsklettern GS 2 | Einfaches Trekking GS 1 - 3 | Mittlere Klettersteige GS 1 - 3 | Einfache Hochtouren GS 1 - 2

Winter:  Schneeschuhtouren GS 2 - 3 | Skitourenkurse | Einfache Skitouren GS 1 - 2.7 | Mittleres Freeride / Tiefschneefahren GS 2 - 3.0 | EDELRID Eisklettercamp

 

Gute Alpine Erfahrung | Gelb

Alpine Erfahrung 03 gelb

 

Sommer: Klettern GS 3 | Anspruchsvolles Trekking GS 3 - 4 | Schwierige Klettersteige GS 3 - 5 | Mittlere Hochtouren GS 3 | Leichte Expeditonen GS 1 - 2 | Aufbaukurs Gletscher | Bergsteigen GS 3

Winter: Anspruchsvolle Schneeschuhtouren GS 3 - 4 | Eiskletterkurs Basic | Skitouren GS 2.8 - 3.2 | Mittleres Freeride GS 3 - 4 | Einfaches Eisklettern GS 2 - 3

 

Sehr hohe Alpine Erfahrung | Orange

Alpine Erfahrung 04 orange

 

Sommer: Anspruchsvolles Felsklettern/Alpinklettern GS 4 | Schweres Trekking GS 5 | Anspruchsvolle Hochtouren GS 4 | Mittlere Expeditonen GS 3 - 4 | Bergsteigen GS 4

Winter: Eiskletterkurs Vorstieg/Mehrseillängen | Anspruchsvolle Skitouren / Hochtouren GS 3.3 - 4.2 | Anspruchsvolles Freeride GS 4 - 5 | Eisklettern GS 3 - 4 | Anspruchsvolle Schneeschuhtouren GS 5

 

Hervorragende Alpine Erfahrung | Rot

Alpine Erfahrung 05 rot

 

Sommer: Sehr schwieriges Felsklettern/Alpinklettern GS 5 | Sehr schwierige Hochtouren GS 5 | Schwierige Expeditonen GS 5 | | Bergsteigen GS 5

Winter: Sehr schwierige Skitouren/Hochtouren GS 4.3 - 5 | Sehr schwieriges Freeride GS 5 | Sehr schwieriges Eisklettern GS 4 - 5

 

ernsthaftigkeit-und-risiko-bei-skitouren

 

5. Ernsthaftigkeit / Risiko am Berg

 

Der Begriff Ernsthaftigkeit / Risiko beschreibt die objektiven, psychischen und absicherungstechnischen Risiken bei einer Bergtour. Es gibt derzeit keine anerkannte Skala für diesen Begriff. Wir sehen uns als Reiseveranstalter in der Pflicht, Dich auf diese Risiken hinzuweisen und KEINE "falsche Sicherheit" zu versprechen. Der Bergführer handelt mit größtmöglicher Sorgfalt und Umsicht im Bereich des Risikomanagements. Dieser "ernste" Bereich setzt sich aus zwei Faktoren zusammen:

1. Wie ernst musst DU diese Tour nehmen?

Je ernster die Touren mit Blick auf Risikofaktoren zu nehmen sind, desto wichtiger ist eine ernsthafte (aufrichtige, ehrliche) Selbsteinschätzung des Gastes: der Bergrührer wird alles tun, um die Risiken möglichst gering zu halten, aber weder kann es am Berg absolute Sicherheit geben noch kann vor allem in sehr anspruchsvollen Situationen der Bergführer das für die sichere Bewältigung von Risikosituationen nötige Eigenkönnen der Gäste ersetzen!

2. Wie ernst ist die Tour bzgl. der objektiven Gefahren?

Je höher der Risikofaktor ist, desto höher sind die objektiven Gefahren, wie Steinschlag, Eisschlag, Gletscherspalten usw.

 

 

Anforderung 1

Gering / Einfache alpine Unternehmung

 

Das Gelände ist objektiv sehr gering gefährdet und es sind lediglich natürliche Faktoren, wie z. B. Wetter, Wind, Gewitter, Blitzschlag, Nebel, Temperatur, die eine geringe Gefährdung darstellen. Die ausgewählte Tour ist weder besonders schwierig noch besonders lang. Ein Rückzug/Abbruch oder Ruhetag ist mit wenig Aufwand möglich. Fehler in der Selbsteinschätzung sind unproblematisch und in aller Regel gut zu lösen. Dies ist eine Tour für sportliche Einsteiger in alpinem Gelände.

 

Anforderung 2

Mäßig / Mittlere alpine Unternehmung

 

Das Gelände ist objektiv mäßig gefährdet. Es sind natürliche Faktoren, wie z. B. Wetter, Wind, Gewitter, Blitzschlag, Nebel, Temperatur, die eine Gefährdung darstellen. Hinzu kommen Steinschlag, Abrutschgefahr, Schneefall und im Winter Lawinengefahr im gesicherten Skiraum. Die Länge der Tour und mögliche Gruppendynamik sind hier Negativ-Faktoren, die hinzukommen können. Ein Rückzug/Abbruch oder Ruhetag ist mit größerem Aufwand möglich. Fehler in der Selbsteinschätzung können je nach Tour mit etwas Aufwand abgefangen werden.

 

Anforderung 3

Erheblich / Anspruchsvolle alpine Unternehmung

 

Das Gelände ist objektiv erheblich gefährdet. Es sind natürliche Faktoren, wie z. B. Wetter, Wind, Gewitter, Blitzschlag, Nebel, Temperatur, Steinschlag, Abrutschgefahr, Eisschlag, Gletscherspalten und Lawinengefahr in freiem Gelände, die eine Gefährdung darstellen. Die Länge der Tour und mögliche Gruppendynamik sind hier Negativ-Faktoren, die hinzukommen können. Ein Rückzug/Abbruch oder Ruhetag ist nicht möglich oder nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren. Fehler in der Selbsteinschätzung führen zu Problemen im Tourenverlauf und stellen bereits eine Gefährdung dar.

 

Anforderung 4

Groß / Herausfordernde alpine Unternehmung

 

Das Gelände ist objektiv stark gefährdet. Es sind natürlich Faktoren, wie z. B. Wetter, Wind, Gewitter, Blitzschlag, Nebel, Temperatur, Steinschlag, Abrutschgefahr, Eisschlag, Gletscherspalten und Lawinengefahr in freiem Gelände, die eine Gefährdung darstellen. Die Länge der Tour und mögliche Gruppendynamik sind hier Negativ-Faktoren, die hinzukommen können. Höhenprobleme, schlechte Erreichbarkeit z. B. bei einer Rettung und hohe objektive Gefahren machen eine Tour zu einem ernsthaften Unternehmen. Ein Rückzug/Abbruch oder Ruhetag ist unmöglich oder nur mit sehr erheblichem Aufwand zu realisieren. Fehler in der Selbsteinschätzung führen zum Touren-Abbruch und stellen eine Gefährdung dar.

 

Anforderung 5

Sehr Groß / Sehr herausfordernde alpine Unternehmung

 

Das Gelände ist objektiv sehr stark gefährdet. Es sind natürliche Faktoren, wie z. B. Wetter, Wind, Gewitter, Blitzschlag, Nebel, Temperatur, Steinschlag, Abrutschgefahr, Eisschlag, Gletscherspalten und Lawinengefahr in freiem Gelände, die eine Gefährdung darstellen. Die Länge der Tour und mögliche Gruppendynamik sind hier Negativ-Faktoren, die hinzukommen können. Sehr große Höhe, extreme Temperaturen, schlechte Erreichbarkeit z. B. bei einer Rettung und sehr hohe objektive Gefahren machen die Tour zu einem sehr ernsthaften Unternehmen. Ein Rückzug/Abbruch oder Ruhetag ist unmöglich oder nur mit äußerst erheblichem Aufwand und zeitlichem Verzug zu realisieren. Fehler in der Selbsteinschätzung führen zu Touren-Abbruch und stellen eine große Gefährdung dar.